Was ist ein Shooting Star im Candlestick Chart?

Die Shooting Star Candlestick Formation wird an der Börse als Vorzeichen für einen bevorstehenden Abwärtstrend gesehen. Die Kerzenformation besteht aus einer einzigen Kerze (engl. Candle ), die durch einen langen oberen Schatten und einen sehr kleinen Körper im unteren Teil der Kerze gekennzeichnet ist. Die meisten Trader warten nach dem Auftauchen eines Shooting Star auf eine Bestätigung des Chartsignals, bevor sie in einen Trade einsteigen.

Kategorie Candlestick Formationen

Inhalt


Aufbau der Shooting Star Formation

Einstiege

Einsatz des Shooting Stars im Trading


Aufbau der Shooting Star Formation


Der Shooting Star ist ein Chartsignal, das nur in einem Kerzenchart ( Candlestick Chart ) oder einem Candle Volume Chart zu erkennen ist.


Die Shooting Star Candlestick Formation ist das bearishe Gegenstück zur Hammer Formation. Beide Signale bestehen im Grunde nur aus einer einzigen Kerze, die jeweils einen sehr kleinen Körper und einen langen Schatten aufweist. Allerdings sagt der Hammer eine Aufwärtsbewegung voraus, während der Shooting Star eine Abwärtsbewegung einleiten soll.

Eine Kerze im Candlestick Chart besteht in der Regel aus dem kastenförmigen Kerzenkörper und je einer Linie oberhalb und unterhalb des Kastens, den sogenannten Schatten. Damit eine Kerze als Shooting Star betrachtet werden kann, müssen die folgenden Kriterien erfüllt sein.

Shooting Star Formation

Die Shooting Star Kerze befindet sich immer in einem Aufwärtstrend. Dem Shooting Star gehen also immer steigende Kerzen voraus.

Die Kerze des Shooting Star eröffnet mit einer Kurslücke. Das heißt, der Kurs eröffnet gleich zur Eröffnung der Börse oberhalb des Schlusskurses der vorherigen Kerze.

Beim Shooting Star befindet sich der kleine Körper der Kerze im unteren Bereich der Kerze. Der untere Schatten ist entweder nicht vorhanden oder sehr klein ausgeprägt.

Der obere Schatten hingegen ist überdurchschnittlich groß und sollte mindestens dem Zwei- bis Dreifachen des Kerzenkörpers entsprechen.


Die Kerze zeigt also an, dass der Kurs zu einem bestimmten Zeitpunkt stark gestiegen ist, dann aber von einem Punkt abgeprallt ist, um am Ende wieder nahe am Eröffnungskurs zu schließen.

Einige Marktteilnehmer, die am Ende der Aufwärtsbewegung aufgesprungen sind, dürften nun entweder mit Verlust ausgestoppt worden sein oder eine Position mit leichten Verlusten halten. Gleichzeitig sehen sich nun andere Trader, die in einer der vorherigen Kerzen eine Position eröffnet haben, der Gefahr ausgesetzt, dass sich ihre Position ins Negative drehen könnte. Wenn die Kurse nun weiter fallen, dürften mehr und mehr Trader versuchen ihre Positionen glattzustellen, um sich so vor Verlusten zu schützen.


Anmerkung: Nach der strengen Definition für die Shooting Star Formation muss vor der Kerze eine Kurslücke in Ausbruchsrichtung liegen. Folgt man dieser Definition, so kann die Formation nur bei Werten auftauchen, die nicht durchgehend 24 Stunden am Tag gehandelt werden (also zum Beispiel bei Aktien und einigen Rohstoffen). Einige Trader handeln die Formation aber auch, wenn keine Kurslücke vor der Shooting Star Kerze vorliegt. In diesem Fall können alle Werte gehandelt werden. Ebenso kann die Candlestick Formation in diesem Fall auch im Trading bei Stunden oder Minuten Charts eingesetzt werden.


Einstiege erst nach einer Bestätigung



Die Kerzenformation wird meistens nicht direkt nach ihrem Erscheinen gehandelt, sondern es wird erst auf eine Bestätigung des Chartsignals gewartet.

  • Einige Trader warten, bis die Folgekerze unter den Tiefstkurs des Shooting Stars fällt. Der Einstieg in eine Short Position (oder der Ausstieg aus einer bestehenden Long Position) erfolgt dann meistens per Stop Sell Order.
  • Bei der zweiten Möglichkeit wird die Position erst am Ende der Folgekerze eröffnet. In diesem Fall wird nur dann eine neue Position eröffnet, wenn der Kurs der Folgekerze unterhalb des Tiefstkurses der Shooting Star Candle schließt.


Einsatz des Shooting Star im Trading


Die Shooting Star Candlestick Formation sollte immer im Kontext mit der Vorbewegung vor der Formation gesehen werden. Ein wochenlanger Aufwärtstrend wird in den seltensten Fällen schlagartig drehen und in einen steilen Abwärtstrend übergehen, nur weil eine einzige Kerze im Chart auftaucht. In diesen Fällen ist der Shooting Star eher als charttechnisches Warnsignal zu verstehen, das anzeigt, dass ein längerfristiger Kurswechsel bald bevorstehen könnte.


Anders sieht das Bild bei einer kurzen, schnellen Aufwärtsbewegung aus. Hier kann eine einzige Umkehrkerze im Chart durchaus andere Trader (die vielleicht erst kurz vorher in den Markt eingestiegen sind und nun einen kleinen Gewinn sichern wollen) dazu veranlassen aus ihren bestehenden Positionen auszusteigen und damit den Markt weiter nach unten zu drücken.

Häufig werden im Trading Candlestick Formationen im Zusammenhang mit technischen Indikatoren verwendet. Dabei werden Chartsignale im Candlestick Chart nur dann gehandelt, wenn gleichzeitig eine Bestätigung durch den Indikator erfolgt.

Beispielsweise werden gleitende Durchschnitte wie etwa der exponentiell gleitende Durchschnitt oder der einfache gleitende Durchschnitt dazu verwendet, um den Trend anzuzeigen. Ein Candlestick Signal wird nur denn gehandelt, wenn der Trend in die Richtung des Ausbruchs erfolgt. Ein Trader würde zum Beispiel nur dann in eine Shooting Star Formation einsteigen, wenn sich die Formation unterhalb des gleitenden Durchschnitts befindet und damit ein Abwärtstrend angezeigt wird.

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