Die Hammer Kerze im Candlestick Chart

Die Hammer Candlestick Formation wird an der Börse als charttechnisches Umkehrsignal gedeutet und kündigt einen kommenden Aufwärtstrend an. Das Signal besteht aus einer einzigen Kerze (engl. Candle) mit einem kleinen Körper im oberen Bereich und einem langen unteren Schatten. Die Hammer Kerze folgt immer auf eine Abwärtsbewegung.

Der Hammer ist ein Chartsignal, das nur in einem Kerzenchart (Candlestick Chart) oder einem Candle Volume Chart beobachtet werden kann.

In der Charttechnik gilt der Hammer als bullishes Umkehrsignal. Taucht die Kerze in einem Abwärtstrend auf, so steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Kurs in die Gegenrichtung dreht und zu steigen beginnt. Das bearishe Gegenstück zum Hammer ist der Shooting Star, der fallende Kurse voraussagt.

Inhalt


Aufbau der Hammerkerze

Einstiege nach dem Hammer

Der Hammer als Chartsignal im Trading


Aufbau der Hammerkerze


Die Hammer Formation befindet sich immer in einem Abwärtstrend. Der Hammerkerze gehen also fallende Kerzen voraus. Allerdings muss der Abwärtstrend vor dem Hammer kein langfristiger Abwärtstrend sein. Gerade kurze Gegenbewegungen innerhalb eines langfristigen Aufwärtstrends können sehr erfolgversprechend sein.

Wie bei den meisten Kerzen im Kerzenchart besteht die Kerze des Hammers aus dem kastenförmigen Kerzenkörper und den beiden senkrechten Linien oberhalb des Körpers, den sogenannten Schatten.

Hammer Kerze

Die Hammerkerze hat einen sehr kleinen Kerzenköper im oberen Bereich der Kerze. Ob der Körper der Kerze rot oder grün gefärbt ist, spielt bei der Hammer Formation keine Rolle.

Der obere Schatten ist entweder nicht vorhanden oder er ist sehr klein ausgeprägt.


Der untere Schatten ist deutlich länger als der Körper. Je nach Literatur sollte er mindestens die zwei- bis dreifache Länge des Kerzenkörpers haben.

Der Hammer ist also eine Kerze mit kleinem Körper und langem unterem Schatten. Der untere Schatten zeigt an, dass es während des Handels zu einem starken Kurseinbruch gekommen sein muss. Dann konnte sich der Kurs aber wieder erholen und schloss am Ende des Tages nahe an seinem Eröffnungskurs.

Die Tatsache, dass es nach dem Einbruch zu einer starken Gegenbewegung gekommen ist, ist als ein Zeichen von Stärke zu bewerten. Nach dem Kurseinbruch sind also neue Käufer aufgetaucht, die den Kurs wieder nach oben getrieben haben. Der Abwärtstrend ist damit zumindest kurzfristig unterbrochen.

Das Auftauchen einer Hammer Kerze kann also als erstes Vorzeichen eines Trendwechsels gesehen werden. Trader, die aufgrund dieser Kerzenformation in einen Trade einsteigen, würden also auf steigende Kurse setzen.

Einstiege nach dem Hammer Signal


Wie bereits im vorherigen Abschnitt erwähnt, ist das Auftauchen einer Hammer Formation ein bullisches Chartsignal. Erscheint die Hammerkerze im Chart einer Aktie, würde die Aktie also gekauft werden. Grundsätzlich gibt es drei mögliche Varianten, um nach einer Hammerkerze in einen Trade einzusteigen.

  1. Beim direkten Einstieg wird eine Position am Ende des Handelstages eröffnet. Dies ist die Variante, die zu den meisten Verlustrades führen wird. Leider ist der Hammer kein perfektes Signal und in vielen Fällen wird sich der Markt trotz Hammerkerze am Folgetag weiter nach unten bewegen.
  2. Deshalb warten die meisten Trader vor dem Einstieg auf eine Bestätigung des Signals. Dies kann dadurch erfolgen, dass gewartet wird, bis die folgende Kerze über das Hoch der Hammerkerze steigt. Erst dann wird in den Trade eingestiegen. Der Einstieg erfolgt in den meisten Fällen mittels einer Stop Buy Order. Natürlich führt diese Art des Einstiegs zu einem etwas höheren Einstiegskurs. Allerdings werden durch diesen Einstieg viele Fehlsignale heraussortiert, bei denen der Kurs am Folgetag unterhalb des Hochs der Hammerkerze eröffnet und von da an weiter fällt.
  3. Die letzte Einstiegsvariante verlangt nicht nur, dass der Kurs über den Höchstkurs der Hammerkerze steigt, sondern fordert sogar, dass der Kurs oberhalb dieses Höchstkurses schließt. Die neue Position wird bei dieser Variante also erst am Ende der Folgekerze eröffnet.

Wenn der Kurs zu einem späteren Zeitpunkt unter das Tief des unteren Schattens fällt und unterhalb des Schattens schließt, hat die Formation als Chartsignal versagt und die Kaufposition sollte (leider mit Verlust) geschlossen werden. Viele Trader setzen auch eine Stop Sell Order kurz unterhalb des unteren Schattens und steigen damit direkt aus, sobald der Kurs unter den Schatten fällt.

Der Hammer als Chartsignal im Trading


In vielen Fällen wird der Trader nicht ausschließlich aufgrund des Hammer Signals eine neue Position eröffnen. Vielmehr wird der Hammer als Timing Indikator eingesetzt. Der Trader rechnet also aufgrund seiner fundamentalen oder technischen Analyse mit steigenden Kursen und sucht nur noch nach dem perfekten Einstiegszeitpunkt.

Zum Beispiel könnte ein Trader in einem bestehenden Aufwärtstrend auf eine kurzfristige Gegenbewegung warten, um dann zu günstigeren Kursen eine neue Position aufzubauen. Taucht in dieser Gegenbewegung nun eine Hammerkerze auf, könnte dies das Ende der Gegenbewegung anzeigen und damit ein guter Punkt zum Einstieg in eine Kaufposition sein.

Daneben kann die Hammer Formation auch in Kombination mit anderen charttechnischen Signalen verwendet werden. Prallt ein Kurs beispielsweise von einer Unterstützungslinie ab und bildet dabei eine Hammer Kerze aus, so verstärken sich die beiden Signale. Die Kombination der beiden Signale erhöht also die Wahrscheinlichkeit, dass der Kurs nach dem Abpraller weiter steigt.

Generell sollte gesagt werden, dass die Hammer Candlestick Formation eher ein kurz- bis mittelfristiges Chartsignal ist. Wenn der Kurs seit mehreren Wochen nach unten läuft, wird eine einzelne Hammer Kerze sicherlich nicht direkt zu einem Trendumschwung führen. In diesem Fall ist die Hammer Formation eher als Warnsignal für ein möglicherweise bevorstehendes Ende des aktuellen Trends zu werten.

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