Stop Buy Order | Erklärung mit Beispiel

Mit Hilfe einer Stop Buy Order weisen Sie Ihren Broker an, ein Wertpapier zu kaufen, sobald der Kurs dieses Wertpapiers eine bestimmte Kursschwelle erreicht hat. Nach dem Erreichen der Kursschwelle wird eine Market Order an der Börse platziert. Eine Stop Buy Order wird immer oberhalb des aktuellen Kurses platziert. Der Kurs muss also zuerst steigen, bevor die Order ausgelöst wird.

Eine Stop Order, bei der eine Wertpapier verkauft wird, wenn eine bestimmte Kursschwelle erreicht wurde, wird als Stop Sell Order bezeichnet.

Wie funktioniert eine Stop Buy Order ?


Bei einer Stop Buy Order wird ein Wertpapier nicht direkt gekauft, sondern es wird gewartet, bis der Kurs einen festgelegten Wert erreicht. Dieser Kurswert wird beim Erstellen der Order festgelegt. Der Kurswert liegt dabei immer oberhalb des aktuellen Kurses.

Beispiel

Ein Trader möchte 100 Aktien per Stop Buy Order kaufen. Der aktuelle Kurs der Aktie liegt bei 100€. Der Trader entschließt sich die Aktien zu kaufen, sobald der Kurs 101€ übersteigt. Er wählt daher eine Kursschwelle von 101€ für seine Stop Buy Order. Solange der Kurs unterhalb von 101€ notiert, passiert also nichts. Steigt der Kurs aber auf oder über 101€, so kauft sein Broker die Aktien zum nächstmöglichen Kurs per Market Order.

Gültigkeit der Order


Beim Erstellen der Stop Buy Order muss der Trader neben der Anzahl der Aktien und der Kursschwelle festlegen, wie lange die Order gültig ist.

Hierzu hat er verschiedene Auswahlmöglichkeiten.

Tagesgültig


Tagesgültig bedeutet, dass die Stop Buy Order nur für einen Tag aktiv ist. Wenn die Kursschwelle bis zum Ende des Tages nicht erreicht wurde, verfällt die Order.

Ultimo


Der Orderzusatz Ultimo bedeutet, dass die Order bis zum Ende des Monats aktiv ist. Hierbei ist der Kalendermonat gemeint und nicht eine Zeitspanne von 30 Tagen. Wenn Sie die Order am Ende eines Monats einstellen, ist die Order also nur für einige wenige Tage aktiv.

Good till Canceled (GTC)


GTC oder Good till Canceled bedeutet, dass die Order so lange aktiv ist, bis sie vom Trader wieder gelöscht wird.

Daneben geben Ihnen die meisten Broker auch die Möglichkeit, die Länge der Gültigkeitsdauer selbst einzustellen.

Beispiel für Kauf mit Stop Buy Order


Schauen wir uns im Folgenden ein Beispiel an, um die Funktion der Stop Buy Order besser zu erklären.

Ein Trader hat im Chart einer Aktie eine Morning Star Formation entdeckt (letzte drei Kerzen im Chart). Die Morning Star Formation ist eine Candlestick Formation, die steigende Kurse voraussagt.

Unser Trader entscheidet sich daher 100 Aktien zu kaufen. Allerdings möchte er zuerst auf eine Bestätigung des Candlestick Signals warten und beschließt deswegen erst in eine Position einzusteigen, wenn der Kurs über das Hoch des Vortags steigt.

Im Moment notiert die Aktie bei 102,10€ (roter Pfeil). Der Höchstkurs des Vortages liegt bei 102,50€. Der Trader platziert also seine Stop Buy Order etwas oberhalb von 102,50€ bei 102,60€. Der Stopkurs ist im Chart durch die rote Linie markiert. Die Aktien werden also erst gekauft, wenn die rote Linie erreicht wird.

Unser Trader möchte nur in die Aktie einsteigen, wenn der Kurs bereits am Folgetag die Kursschwelle übersteigt. Daher legt er fest, dass die Order nur eine Gültigkeit von einem Tag (= tagesgültig) hat.

Am Folgetag können nun zwei Dinge passieren:

  • Der Kurs steigt im Handelsverlauf nie auf oder über 102,60€. In diesem Fall wird die Kauforder nicht ausgelöst. Der Trader kauft die Aktien also nicht und die Order wird am Ende des Tages automatisch gelöscht.
  • Die Aktie steigt über 102,60€. Sobald der Kurs die 102,60€ erreicht, wird eine Market Order eingestellt. Die Aktien werden nun zum nächstmöglichen Kurs (also nicht zwingend für 102,60€) gekauft.

Wichtig! Der Stop Kurs ist nicht garantiert!


Viele Anleger sind der fälschlicherweise der Meinung, dass eine Stop Buy Order immer zu dem in der Order festgelegten Kurs ausgeführt wird. Dies ist aber nicht immer der Fall.

Wie bereits im Beispiel ober erwähnt, wird bei Erreichen des Stopkurses eine Market Order an die Börse gesandt. Mit Hilfe der Market Order wird das Wertpapier nun zum nächsten verfügbaren Kurs gekauft. Der Aktienkauf erfolgt also zum tiefsten Kurs, zu dem sich in diesem Augenblick ein Verkäufer findet. Dieser Kurs kann sich sowohl oberhalb als auch unterhalb der gewählten Kursschwelle befinden. Wenn der Kurs nach dem Passieren der Kursschwelle extrem stark ansteigt, kann der Kaufkurs deutlich über der Kursschwelle liegen und der Trader bezahlt deutlich mehr als eigentlich erwartet.

Betrachten wir dazu noch einmal unser Beispiel von oben. Nehmen wir an, das Unternehmen, dessen Aktien unser Trader kaufen möchte, veröffentlich am nächsten Tag vor Börseneröffnung überraschend gute Quartalszahlen. Die Aktie spring daraufhin gleich zu Handelsbeginn nach oben und eröffnet mit einem Kurs von 105,00€. Die Kursschwelle der Stop Order wurde also direkt bei Handelsbeginn übersprungen. Daraufhin wird sofort eine Market Order platziert. Der nächstmögliche Kaufpreis liegt nun aber nicht bei 102,60€ sondern deutlich darüber bei 105,00€. Der eigentliche Kaufpreis liegt in diesem Fall also um 2,40€ über der Kursschwelle der Stop Buy Order.

In Ausnahmefällen kann es also bei einer Stop Buy Order zu deutlich ungünstigeren Kurses kommen, als vom Käufer erwartet.

Einige Trader setzen daher anstatt einer normalen Stop Buy Order eine Stop Buy Limit Order ein. Diese Order hat allerdings ihre eigenen Tücken (siehe weiter unten).

Einsatz der Stop Buy Order im Trading


Die Stop Buy Order wird entweder eingesetzt, um eine Long Position zu eröffnen oder um eine Short Position zu schließen.

Eröffnen einer Long Position

In unserem Beispiel weiter oben haben wir schon gezeigt, wie eine neue Position per Stop Buy Order eröffnet werden kann. Im Beispiel war der Kaufkurs nur wenige Cent vom aktuellen Kurs entfernt.

Häufig wird die Kursschwelle aber deutlich weiter vom aktuellen Kus entfernt positioniert. Viele Trader setzen ihre Stop Buy Orders beispielsweise in die Nähe von markanten Hochs oder Widerstandszonen. Dies führt dazu, dass sich an markanten Punkten im Chart häufig eine große Anzahl von Stop Orders befindet. Wird dieses Punkt schließlich überwunden, kommt es durch diese Stop Orders plötzlich zu einem starken Anstieg der Nachfrage.

Schließen einer Short Position

Die Stop Buy Order kann nicht nur zum Eröffnen einer neuen Position sondern auch zum Schließen einer bestehenden Short Position genutzt werden.

Bei einer Short Position profitiert ein Trader von fallenden Kursen. Dazu muss ein Trader beispielsweise eine Aktie oder einen CFD leerverkaufen. Im Falle eines CFDs verkauft er dabei einfach den CFD, ohne das er zuvor im Besitz des CFDs war. Wenn der CFD nun um 3 Punkte fällt, macht er drei Punkte Gewinn. Steigt der CFD hingegen um 3 Punkte, macht der Trader einen Verlust von 3 Punkten. Um seine Short Position später wieder zu schließen, muss der Trader den CFD kaufen.

Bei einer Short Position wird häufig eine Stop Buy Order als Verluststop eingesetzt. Wenn der Kurs also wider Erwarten steigt, wird die Short Position nach Übersteigen der Kursschwelle automatisch verkauft und so ein größerer Verlust vermieden.

Beispiel

Ein Trader erwartet, dass der Kurs der Aktie A einbrechen wird und entscheidet sich zum Leerverkauf von 100 Aktien. Gleichzeitig möchte er seinen potentiellen Verlust begrenzen. Daher tätigt er einen Leerverkauf bei 100€ und setzt gleichzeitig eine Stop Buy Order auf 105€. Die Short Position würde also bei Überschreiten von 105€ automatisch geschlossen, ohne dass der der Trader kontinuierlich die Märkte beobachten muss. Sein potentieller Verlust bei diesem Trade beträgt (in etwa) 5€ pro Aktie.

Auch hier sei noch einmal erwähnt, dass die Stop Buy Order nicht garantiert, dass die Aktie bei 105€ gekauft werden. In Ausnahmefällen kann die Aktie auch zu einem deutlich höheren Kurs gekauft werden, was natürlich zu höheren Verlusten auf Seiten des Traders führt.

Weitere Formen von Stop Buy Orders


Stop Buy Limit Order

Die oben vorgestellte Stop Buy Order ist eigentlich eine Stop Buy Market Order. Wird die Kursschwelle erreicht, wird eine Market Order gesetzt.

Wie der Name schon verrät, wird bei der Stop Buy Limit Order statt der Market Order eine Limit Kauforder an der Börse platziert. Der Kurs der Limit Order liegt dabei meistens etwas oberhalb der Kursschwelle der Kauforder.

Bei einer Stop Buy Limit Order könnte zum Beispiel ein Kursschwelle von 104€ festgelegt werden. Wird diese Schwelle erreicht, wird automatisch eine Limit Order mit einem Preis von 104,50€ gesetzt. Bewegt sich die Aktie über die Schwelle von 104€ und bleibt unterhalb von 104,50€, wird die Aktie gekauft. Springt die Aktie allerdings direkt auf 105€, wird die Aktie bei einer Stop Limit Order nicht gekauft. Die Aktie wird nur gekauft, wenn der Kurs unterhalb des Limit Wertes liegt.

Hier liegt die Gefahr der Stop Buy Limit Order. Soll die Order zur Absicherung einer Short Position genutzt werden, kann es passieren, dass die Position bei einem starken Kursanstieg nicht verkauft wird, weil sich der Kurs über den Wert der Limit Order bewegt, ohne dass die Aktie vorher gekauft werden konnte.

Garantierte Stop Order

Einige Online Broker bieten eine sogenannte Garantierte Stop Order an. Bei dieser Order garantiert der Broker, dass die Order immer zum festgelegten Kurs ausgeführt wird.

Wird eine Garantierte Stop Buy Order beispielsweise auf 104€ gesetzt, so wird der Verkauf der Aktie immer für 104€ abgerechnet, selbst wenn der Kurs am nächsten Morgen direkt bei 105€ eröffnen würde. Die Differenz zwischen Stop Kurs und aktuellem Kurs wird in diesem Fall vom Broker erstattet. Der Broker trägt bei dieser Order also ein deutlich höheres Risiko als bei einer normalen Stop Buy Order. Dieses Risiko lässt er sich durch eine entsprechend höhere Ordergebühr bezahlen. Die Garantierte Stop Order kostet den Trader also etwas mehr, sichert die Position des Traders allerdings auch etwas besser ab, falls es zu einer überraschenden Kursbewegung kommt.

Die Bedingungen für eine Garantierte Stop Buy Order sind von Broker zu Broker unterschiedlich. Sie sollten in diesem Fall daher unbedingt das Kleingedruckte in den Orderbedingungen lesen, bevor sie eine solche Order setzen.

Trailing Stop

Bei einer Trailing Stop Order wird der Stop Kurs automatisch nachgezogen. Im Gegensatz zur normalen Stop Buy Order wird bei der Trailing Stop Order keine fixe Kursschwelle festgelegt. Statt dessen wird der Abstand festgelegt, den der aktuelle Kurs höchstens vom Stop Kurs haben darf. Dieser Abstand kann entweder ein Prozentwert sein oder ein absoluter Wert. Sobald sich der Kurs weiter nach unten bewegt, muss der Stop Kurs ebenfalls nach unten bewegt werden, sodass der ursprüngliche Abstand beibehalten wird.

Beispiel für Trailing Stop

Ein Trader geht in einer Aktie short. Er eröffnet eine Position bei 100€. Gleichzeitig setzt er eine Trailing Stop Buy Order mit einem Abstand von 5€. Der erste Stop wird also auf 105€ gesetzt. Fällt die Aktie jetzt beispielsweise auf 99€, wird der Trailing Stop auf 104€ nachgezogen.

Mehr zum Trailing Stop erfahren Sie im Artikel Trailing Stop Order | Erklärung mit Beispiel.

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