Stop Limit Order | Funktion und Risiken

Eine Stop Limit Order ist eine Kombination aus einer Stop Order und einer Limit Order. Hierbei wird zuerst wie bei einer herkömmlichen Stop Order eine Kursschwelle festgelegt, bei deren Erreichen die Order aktiviert wird. Wird dieser Stop ausgelöst, wird allerdings nicht zum nächstmöglichen Kurs gekauft oder verkauft, sondern es wird eine Limit Order gesetzt.

Eine Stop Limit Order kann sowohl dazu benutzt werden, um eine neue Position zu eröffnen als auch um eine bestehende Position zu schließen. Im zweiten Fall spricht man auch von einer Stop Loss Limit Order.

Kategorie | Ordertypen

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Inhalt


Was ist eine Stop Order ?

Was ist eine Limit Order ?

Wie funktioniert eine Stop Limit Order ?

Risiken und Vorteile


Um besser zu verstehen, wie eine Stop Limit Order funktioniert, schauen wir uns zunächst an, wie eine normale Stop Order und eine normale Limit Order funktionieren.

Was ist eine Stop Order ?


Bei einer Stop Order wird eine Kursschwelle festgelegt, die erreicht werden muss, bevor eine Market Order gesetzt wird, mit deren Hilfe das Wertpapier zum nächstmöglichen Zeitpunkt gekauft oder verkauft wird.

Stop Kauforder

Bei einer Stop Kauforder (Stop Buy Order) wird ein Kurs oberhalb des aktuellen Kurses als Kursschwelle (Stoppkurs) gewählt. Steigt der Kurs und erreicht die Kursschwelle, wird eine Market Order gesetzt, und das Wertpapier wird zum nächsten handelbaren Kurs gekauft.

Beispiel


Ein Anleger möchte eine Aktie kaufen, sobald der Kurs der Aktie über 100€ steigt. Dazu positioniert er eine Stop Kauforder bei 100€. Solange der Kurs unterhalb von 100€ notiert, wird die Order nicht aktiviert und es wird kein Kauf getätigt. Erreicht der Kurs die Kursschwelle von hundert Euro, platziert der Broker des Anlegers automatisch eine Market Order und die Aktie wird zum nächsten Kurs gekauft.


Stop Verkaufsorder

Bei einer Stop Verkaufsorder wird eine Aktie oder ein anderes Wertpapier verkauft, sobald der Kurs unter eine vorher festgelegte Kursschwelle fällt. Auch in diesem Fall wird nach Erreichen der Kursschwelle eine Market Order platziert um das Wertpapier zum nächstmöglichen Kurs zu verkaufen. Die Stop Verkaufsorder wird häufig dazu genutzt, um eine bestehende Position zu schließen. In diesem Fall spricht man auch von einer Stop Loss Order.

Beispiel


Ein Anleger ist im Besitz der Aktie B, die zurzeit bei 102€ notiert. Da er nicht ständig den Aktienmarkt beobachten kann, entschließt er sich zur Absicherung eine Stop Loss Order bei 98€ zu setzen. Solange der Kurs oberhalb von 98€ notiert, bleibt die Aktie unangetastet. Fällt der Kurs auf 98€, wird automatisch eine Market Order platziert und die Aktie wird zum nächstmöglichen Kurs verkauft.


Bei einer normalen Stop Order ist nicht garantiert, dass die Order zum festgelegten Stoppkurs gekauft oder verkauft wird. Bei Erreichen des Stoppkurses wird lediglich eine Market Order an der Börse platziert. Diese Order wird ausgeführt, sobald sich ein Käufer oder Verkäufer auf der Gegenseite findet. Dabei muss der Kurs, zu dem die Order ausgeführt wird, nicht dem in der Stop Order festgelegten Stoppkurs entsprechen. Bei einer starken Kursbewegung kann der Kurs sogar deutlich über oder unter dem Stoppkurs liegen.

Im Gegensatz dazu kann der Anleger bei der folgenden Limit Order kontrollieren, zu welchem Kurs die Order ausgeführt wird.

Was ist eine Limit Order ?


Im Gegensatz zu einer Market Order legt der Trader bei einer Limit Order einen Preis fest, den er im Falle eines Verkaufs mindestens für seine Aktie erhalten möchte, beziehungsweise im Falle eines Kaufes höchstens für die Aktie zu zahlen bereit ist.

Limit Kauforder

Bei eine Limit Kauforder wird der Preis festgelegt, den der Anleger höchstens für eine Aktie zahlen möchte. In den meisten Fällen liegt dieser Limitkurs unter dem aktuellen Kurs. Ein Kauf ist also erst möglich, wenn der Kurs fällt und sich auf der Gegenseite ein Verkäufer findet, der bereit ist, den niedrigeren Preis zu akzeptieren. Bei der Limit Kauforder ist also nicht garantiert, dass es zu einem Kauf kommt. Ein Limit Order ist meistens nur für einen gewissen Zeitraum gültig. Findet sich in diesem Zeitraum niemand, der bereit ist, zum Limitkurs zu verkaufen, kommt es zu keinem Handel.

Beispiel Limit Kauforder


Ein Anleger möchte eine Aktie kaufen, die im Moment bei 106,00€ notiert. Da die Aktie stark schwankt, hofft er die Aktie in einer kurzfristigen Abwärtsbewegung etwas günstiger kaufen zu können. Daher setzt er eine Limit Kauforder bei 105,50€. Solange sich der Kurs der Aktie oberhalb von 105,50€ bewegt, kann die Aktie nicht gekauft werden. Sinkt der Kurs und findet sich ein Verkäufer, der die Aktie für 105,50€ abgeben möchte, wird die Aktie gekauft.


Limit Verkaufsorder

Auch bei einer Limit Verkaufsorder setzt der Verkäufer einen Kurs fest. Diesmal bestimmt er, wieviel er mindestens für seine Aktie erhalten möchte. Der Limitkurs wir also in den meisten Fällen oberhalb des aktuellen Kurses platziert. Findet er zu dem von ihm verlangten Kurs keinen Abnehmer, bleibt er auf seiner Aktie sitzen.

Beispiel Limit Verkaufsorder


Ein Anleger möchte die Aktie A verkaufen. Zur Zeit notiert die Aktie bei 102€. Der Anleger hofft aber, dass er die Aktie zu einem etwas höheren Kurs verkaufen kann. Daher setzt er eine Limit Verkaufsorder mit einem Limitkurs von 105€. Die Order wird erst ausgeführt, wenn sich ein Käufer findet, der bereit ist 105€ für die Aktie zu zahlen. Das wird nur dann der Fall sein, wenn die Aktie steigt. Die Limit Order wird also nicht sofort ausgeführt, sondern erst nachdem sich die Kurse in die richtige Richtung bewegt haben.


Wenn ein Anleger eine Limit Order setzt, kann er also kontrollieren, zu welchem Kurs gehandelt wird. Er läuft aber immer Gefahr, dass zu dem von ihm verlangten Preis kein Handel stattfindet.

Wie funktioniert eine Stop Limit Order ?


Nachdem wir die Funktion von Stop Order und Limit Order verstanden haben, können wir uns nun der Stop Limit Order zuwenden. Die Stop Limit Order ist eine Stop Order, bei der nach dem Erreichen der Kursschwelle statt einer Market Order eine Limit Order gesetzt wird.

Stop Limit Kauforder

Bei einer Stop Limit Kauforder wird zuerst per Stop Order ein Stoppkurs oberhalb des aktuellen Kurses platziert. Die verknüpfte Limit Kauforder kann einen Limitkurs unterhalb, oberhalb oder zum gleichen Wert des Stoppkurses haben. Entspricht der Limitkurs dem Stoppkurs, möchte der Anleger die Aktie exakt zum Stoppkurs der Stop Order (oder darunter) kaufen. Liegt der Limitkurs unterhalb des Stoppkurses, muss der Kurs zuerst wieder fallen, bevor die Limit Order ausgeführt werden kann. Bei einer Limit Order oberhalb des Stoppkurses ist der Anleger bereit, zur Not auch einen etwas höheren Preis zu zahlen.

Beispiel


Stop Limit Order im Chart

Ein Trader möchte die Aktie A per Stop Limit Order kaufen. Zur Zeit notiert die Aktie bei 108€. Der Trader entscheidet sich dazu, eine Stop Limit Order mit einem Stoppkurs von 110€ und einem Limitkurs von 111€ zu setzen. Die beiden Kurse sind im Chart durch die beiden roten Linien markiert. Die untere Linie (Pfeil 1.) zeigt den Stoppkurs, die obere Linie zeigt den Limitkurs (Pfeil 2.).

Steigt der Kurs nun auf 110€ und erreicht die untere Linie, wird die Limit Order aktiv. Die Aktie wird nun gekauft, falls der Kurs unter 111€ liegt.


Verkaufen mit Stop Limit Order

Soll ein Wertpapier mit Hilfe einer Stop Limit Order verkauft werden, wird zuerst ein Stoppkurs unterhalb des aktuellen Kurses festgelegt. Als Zweites wird ein Limitkurs bestimmt, der nicht unterschritten werden darf, damit das Wertpapier verkauft werden kann. Auch hier muss zuerst die Stop Order ausgelöst werden, bevor die Limit Order platziert wird.

Beispiel

Ein Trader möchte nach dem Kauf einer Aktie sein Investment absichern. Daher beschließt er, eine Stop Limit Order 10€ unter seinem Einstiegskurs zu platzieren. Die Aktie wurde zu einem Kurs von 100,50€ gekauft. Der Verluststop wird also auf 90,50€ gesetzt. Der Limitkurs wird bei 90,00€ festgelegt.

Fällt die Aktie also auf 90,50€, wird die Limit Order aktiviert. Die Aktie wird daraufhin verkauft, falls der Trader mindestens einen Kurs von 90€ für die Aktie erhält. Es können also drei Szenarien eintreten.

Szenario 1. Der Kurs bleibt über 90,50€

In diesem Fall wird die Stop Order nicht ausgelöst und der Anleger behält seine Aktie.

Szenario 2. Der Kurs fällt auf den Stoppkurs von 99,50, notiert aber für eine Weile über 99€.

In diesem Fall wird die Aktie für 99,00€ oder besser verkauft.

Szenario 3. Der Kurs fällt sehr schnell sowohl unter 99,50€ als auch unter 99,00€

In diesem Szenario kommt es zu keinem Verkauf. Der Anleger bleibt also auf seiner Aktie sitzen, obwohl die Aktie weiter fällt und ihm dadurch ein immer größer werdender Verlust entsteht.

Risiken und Vorteile


Als Stop Loss gefährlich

Szenario 3 des obigen Beispiels zeigt bereits die größte Schwäche der Stop Limit Order. Unter bestimmten Bedingungen wird die Order nicht ausgeführt, obwohl der Stoppkurs der Order erreicht wurde.

Soll eine neue Position per Stop Limit Order eröffnet werden, ist dies möglicherweise ein vertretbares Problem. Hier entgeht dem Trader schlimmstenfalls eine erfolgversprechende Trading Chance. Dient die Order hingegen der Verlustabsicherung, kann es für den Trader teuer werden, wenn die Order nicht ausgeführt wird. Eine Stop Loss Order wird ja gerade gesetzt, um den Anleger vor größeren Verlusten zu schützen.

Genau diese Aufgabe kann die Stop Loss Limit Order aber nicht immer erfüllen. Kommt es zu starken Kursbewegungen, kann es passieren, dass sowohl Stoppkurs als auch Limitkurs nahezu gleichzeitig durchbrochen werden. In diesem Fall bleibt der Anleger auf seiner Verlustposition sitzen und ist somit der Gefahr weiterer Kursverluste ausgesetzt. Die Stop Loss Order schützt also genau in dem Szenario nicht, in dem sie am meisten gebraucht würde.

Einstieg mit Stop Limit Order

Wird eine Stop Limit Order genutzt, um in eine neue Position einzusteigen, mag dies hingegen unter bestimmten Bedingungen von Vorteil sein. Möchte ein Trader beispielsweise nur kurzfristig in eine Position einsteigen, um kurz danach mit einem kleinen Gewinn wieder auszusteigen, ist es wichtig, dass er zu einem günstigen Kurs einsteigt.

Nehmen wir an, ein Trader möchte eine Aktie kaufen, sobald sie eine Widerstandslinie bei 100,00€ durchbricht und sie wieder verkaufen, wenn sie einen Kurs von 101,00€ erreicht. Hier ist ein Trade nur profitabel, wenn er die Aktie möglichst nah bei 100,00€ kauft. Kann er die Aktie hingegen erst bei 101,00€ kaufen, macht er mit seinem Trade einen Verlust. In diesem Fall kann es vorteilhaft sein, wenn er eine Stop Limit Kauforder setzt. Die Order sorgt zum einen dafür, dass er die Aktie relativ günstig bekommt. Gleichzeitig werden all die Trades herausgefiltert, die sowieso zu einem Verlust führen würden.

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