Verkauf mit Limit Order | Erklärung und Beispiel

Mit dem Setzen einer Limit Verkaufsorder wird ein Kurs festgesetzt, der mindestens erreicht werden muss, bevor ein Wertpapier (wie beispielsweise eine Aktie ) verkauft werden kann. Der in der Limit Order festgelegte Verkaufspreis liegt dabei immer über dem aktuellen Kurs. Bevor ein Verkauf per Limit Order erfolgen kann, muss der Kurs also steigen.

Die Limit Verkaufsorder wird auch als Verkauf Limit Order oder Sell Limit Order bezeichnet.

Definition


Ein Anleger, der einen Verkauf mit Hilfe einer Limit Order tätigen möchte, legt dazu einen Verkaufskurs oberhalb des aktuellen Kurses fest. Der Verkauf wird daher nicht direkt ausgeführt, sondern erst, wenn der Kurs den in der Limit Order festgelegten Verkaufskurs erreicht hat. Die Limit Verkaufsorder kann also nur ausgelöst werden, wenn der Kurs vorher zumindest kurzfristig gestiegen ist. Fällt der Kurs hingegen weiter, ohne sich vorher zu erholen, so wird die Verkauf Order nicht ausgelöst. In diesem Fall wird das Wertpapier nicht verkauft und der Anleger bleibt auf einer Position sitzen, die weiter an Wert verliert.

Chart Verkauf Limit Order

Im obenstehenden Chart ist der Kurs einer Aktie blau eingezeichnet. Der in der Limit Order festgelegte Kurs ist durch die gelbe Linie markiert. Die Aktie wird also erst verkauft, wenn der Kurs wieder auf Höhe der gelben Linie steigt.

Beispiel


Ein Anleger möchte eine Aktie verkaufen und hat sich entschlossen für diesen Verkauf eine Limit Order zu verwenden. Der aktuelle Kurs der Aktie beträgt 27 €. Der Anleger möchte mindestens 32 € pro Aktie bei diesem Verkauf erzielen. Er platziert daher eine Limit Verkaufsorder bei 32 €. Die Aktie wird daher nicht wie bei einer Market Order zum nächstmöglichen Zeitpunkt verkauft. Statt dessen bleibt die Order nun so lange offen, bis die Aktie auf 32 € gestiegen ist und sich ein Käufer gefunden hat, der bereit ist 32€ für die Aktie zu bezahlen.

Vorteile und Nachteile der Limit Verkaufsorder


Vorteile

  • Wenn die Limit Verkaufsorder ausgeführt wird, verkauft der Anleger zu einem etwas besseren Kurs als bei einer direkten Orderausführung.
  • Der Anleger kann festlegen, zu welchem Kurs sein Wertpapier verkaufen wird. Gerade bei wenig liquiden Aktien kommt es häufig zu plötzlichen Kurssprüngen. In diesem Fall verkauft ein Anleger, der eine Market Order verwendet, oft zu einem deutlich schlechteren Kurs als von ihm erwartet. Bei einem Verkauf per Limit Order besteht dieses Risiko hingegen nicht.
  • Bei einer manuellen Ordersetzung müsste der Trader kontinuierlich den Kurs beobachten, um den richtigen Ausstieg nicht zu verpassen. Bei der Limit Order erfolgt der Verkauf dagegen automatisch, sodass der Trader die Märkte nicht weiter verfolgen muss und sich anderen Dingen zuwenden kann.

Nachteil

  • Es besteht keine Garantie, dass sich der Kurs noch einmal nach oben bewegt. Gerade wenn sich der Kurs bereits in einer Abwärtsbewegung befindet, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Kurs ungebremst nach unten wandert, ohne dass das Verkaufslimit noch einmal erreicht wird.

Weitere Einsatzmöglichkeiten


Nutzung der Limit Order um ein Kursziel festzulegen

Viele Trader legen schon bevor sie in einen Trade einsteigen fest, an welchem Punkt sie später wieder aussteigen möchten. Als Beispiel sehen Sie den Chart rechts. Der Kurs einer Aktie ist mehrfach innerhalb eines engen Kastens (einer Trading Range) auf und ab gependelt. Nun ist der Kurs nach oben ausgebrochen. Trader A weiß, dass es in einem solchen Fall häufig zu einem starken Kursanstieg kommt. Aufgrund seiner Beobachtung von früheren Range Ausbrüchen nimmt er an, dass die Höhe des Ausbruchs in etwa der Höhe der Trading Range entspricht. Die Höhe der Trading Range ist durch den unteren der beiden Doppelpfeile markiert. Der Trader addiert die Höhe der Trading Range zum aktuellen Kurs und kommt so zu seinem Zielkurs (gestrichelte Linie). Dies ist also der Kurs, zu dem er aus seiner Position wieder aussteigen möchte.

Um von dem erwarteten Kursanstieg zu profitieren, kauft der Trader also zuerst die Aktie. Gleich darauf setzt er eine Verkauf Limit Order auf Höhe des Zielkurses. Auf diese Weise wird die Aktie zu dem von ihm gewünschten Kurs verkauft, ohne dass er das Geschehen an der Börse weiter verfolgen muss.

Platzieren der Limit Order zwischen Geld und Briefkurs

Bei wenig gehandelten Wertpapieren liegen der Geldkurs, der Kurs zu dem das Wertpapier verkauft werden kann, und der Briefkurs, der Kurs zu welchem das Wertpapier gekauft werden kann, häufig weit auseinander. Um einen etwas besseren Kurs zu erhalten, kann nun die Limit Verkaufsorder zwischen Geldkurs und Briefkurs gesetzt werden. Findet sich zu dem gewählten Kurs ein Käufer, so kann das Wertpapier so zu einem etwas günstigeren Kurs verkauft werden.

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