Was ist eine Bärenfalle ?

An der Börse werden Anleger, die auf fallende Kurse spekulieren, als Bären bezeichnet. Eine Bärenfalle ist ein Kurssignal, das weiter fallende Kurse voraussagt. Daher verleitet es viele bearish eingestellte Anleger dazu eine Short Position aufzubauen. Kurz nachdem die Anleger eingestiegen sind, beginnt der Kurs allerdings plötzlich zu steigen und die Bären sind in einer verlustbringenden Position „gefangen“.

Anleger, die auf steigende Kurse setzten, werden an der Börse als Bullen bezeichnet. Daher wird das bullische Gegenstück zur Bärenfalle als Bullenfalle bezeichnet.

Inhalt


Wann kommt es besonders häufig zu einer Bärenfalle?

Beispiel für eine Bärenfalle

Wie kann man einer Bärenfalle aus dem Weg gehen?


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Wann kommt es besonders häufig zu einer Bärenfalle?


Bärenfallen treten besonders häufig in der Nähe von Trendlinien, Widerstandslinien und auf Höhe von signifikanten Tiefpunkten auf.

Trendlinien und Widerstandslinien sind beides Chartmuster, bei denen der Kurs mehrfach von derselben Linie abgeprallt ist.

Signifikante Tiefs sind Punkte an denen der Kurs zumindest einmal deutlich abgeprallt ist und die seit einigen Tagen oder Wochen nicht wieder unterschritten worden sind.

Viele Trader gehen davon aus, dass der Kurs weiter fallen wird, wenn diese Linien oder Punkte unterschritten werden.

Daher zieht ein Bruch dieser Linien viele bearish eingestellte Trader an, die kurz unterhalb der Linie eine Short Position eröffnen werden.

Wenn der erwartete Kurseinbruch allerdings nicht eintritt und der Kurs statt dessen wieder zu steigen beginnt, finden sich diese Trader plötzlich in einer Verlustposition wieder.

Beispiel für eine Bärenfalle


Die Vorbewegung

Bärenfalle Vorbewegung

Im Chart rechts sehen Sie den Kursverlauf einer Aktie. Die blaue Linie markiert das letzte signifikante Tief. Bewegt sich der Kurs nun unter dieses Tief, so wird dies von vielen Tradern als Signal für fallende Kurse gewertet.

Wenn der Kurs unter das Tief fällt, werden zwei Gruppen von Tradern beginnen die Aktie zu verkaufen.

Die erste Gruppe bilden Anleger, die auf fallende Kurse spekulieren. Diese Anleger gehen nach dem Bruch der blauen Linie eine Short Position ein. Einige professionelle Anleger können die Aktie leerverkaufen. Die meisten privaten Anleger werden in Form von Short Zertifikaten, Optionsscheinen oder CFDs auf ein weiteres Absinken der Aktie setzen.

Die zweite Gruppe von Anlegern, die die Aktie nach dem Bruch verkaufen werden, sind Anleger, die eigentlich auf steigende Kurse gehofft hatten.

Diese Anleger hatten die Aktie bereits zu einem früheren Zeitpunkt gekauft.

Da sie aber wissen, dass die Börse unberechenbar ist, haben sie ihre Position mit einer Stop Order unterhalb des Tiefpunkts abgesichert. Sobald der Kurs also unter das alte Tief fällt, werden die Aktien dieser Anleger daher automatisch verkauft. Die Stop Order soll dabei verhindern, dass der Trader bei einer unerwarteten Gegenbewegung zu viel Geld verliert.

Der Durchbruch

Bärenfalle Durchbruch

Wenn nun der Kurs tatsächlich unter den vorherigen Tiefstkurs fällt, werden plötzlich viele Trader und Anleger, aus unterschiedlichen Gründen, versuchen die Aktie zu verkaufen. Dies führt natürlich zu weiter fallenden Kursen, was wiederum noch mehr Anleger dazu bewegt ihre Aktien abzustoßen.

Im Fall einer Bärenfalle lässt dieser Verkaufsdruck aber nach einiger Zeit wieder nach. Die ersten Trader beginnen ihre Short Positionen einzudecken und die Kurse beginnen leicht zu steigen. Nun rutschen die Positionen der Trader, die zuletzt auf den Zug aufgesprungen sind, ins Minus.

Daraufhin werden die ersten Trader beginnen ihre Positionen glatt zu stellen, um nicht weiter in die Verlustzone zu geraten. Die Kurse steigen weiter an und mehr und mehr Bären geraten ins Minus. Schließlich steigt der Kurs der Aktie wieder über den vorherigen Tiefstpunkt. Alle bearishen Anleger die jetzt noch in ihrer Position geblieben sind, halten nun eine Verlustposition.

In unserem Beispiel war der Kurs bereits bei Schluss der Börse wieder über den vorherigen Tiefpunkt gestiegen. In anderen Fällen kann sich der Kurs aber durchaus für einige Tage unterhalb der Linie halten, bis er wieder über das Vortief steigt.

Damit es zu einer Bärenfalle kommt, muss es einen Punkt geben, an dem besonders viele Anleger die Aktie verkaufen wollen. Nach diesem ersten Kurseinbruch bleiben aber Folgeorders aus, sodass es wieder zu einer Erholung des Kurses kommt.

Wie kann man einer Bärenfalle aus dem Weg gehen?


Wie schon weiter oben beschrieben, treten Bärenfalle besonders häufig in der Nähe von charttechnischen Widerständen und Trendlinien auf. Hier gilt es also für den Trader besonders auf der Hut zu sein.

Viele erfolgreiche Trading Strategien nutzen die Durchbrüche von Widerständen als Einstiegssignale. Trader, die nach solchen Handelssystemen vorgehen, sollten überlegen, ob sie direkt nach dem Durchbruch einsteigen oder erst abwarten, bis sich die Bewegung stabilisiert.

Langfristig eingestellte Anleger könnten beispielsweise abwarten, ob der Kurs am Tagesende unterhalb der Widerstandslinie schließt.

Eine andere Möglichkeit wäre es zuerst die erste Gegenbewegung abzuwarten. Hierbei wird gewartet, bis sich der Kurs im Tages- oder Stundenchart kurzfristig wieder aufwärts bewegt. Erst wenn der Kurs nach dieser Aufwärtsbewegung wieder unter das vorherige Tief fällt, wird eine Short Position eröffnet.

Beide oben beschriebenen Varianten führen natürlich dazu, dass der Trader zu einem schlechteren Preis einsteigt und daher auf potenzielle Gewinne verzichtet. Allerdings kann er so auch der ein oder anderen Bärenfalle aus dem Wege gehen und reduziert so die Anzahl seiner Verlusttrades.

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