Breakout Trading | Einsteigen nach Kursausbrüchen

Von einem Breakout spricht man beim Trading, wenn der Kurs aus einer Trading Range ausbricht oder wenn eine Widerstandslinie oder Unterstützungslinie durchbrochen wird. Beim Breakout Trading wird immer eine Position in Richtung des Ausbruchs eröffnet. Erfolgt der Ausbruch nach oben, wird also gekauft. Fällt der Kurs unter eine Unterstützungslinie, wird eine Short Position aufgebaut.

Inhalt


Welche Arten von Ausbrüchen gibt es?

Was ist ein Breakout ?

Wann wird nach einem Breakout eingestiegen?

Ausstieg aus der Position

Ausstieg bei Verlusten

Weitere Breakout Strategien


Welche Arten von Ausbrüchen gibt es?


Bei einem Breakout durchbricht der Kurs einen Bereich, an dem er vorher mehrfach vergeblich abgeprallt ist.

Widerstandslinie

Eine Widerstandslinie ist eine imaginäre Linie, an der der Kurs vorher mehrfach von unten kommend abgeprallt ist.

Im Bild sehen Sie den Tageschart einer Aktie. Wie Sie sehen, ist der Kurs zweimal bist zu einem Punkt bei 102 Euro angestiegen und dann jeweils an diesem Bereich wieder abgedreht. Werden diese beiden Umkehrpunkte durch eine Linie verbunden, erhalten wir die Widerstandslinie (rot eingezeichnet).

Widerstandslinie

Durchbricht der Kurs diese Linie zu einem späteren Zeitpunkt, ist mit einem Kursanstieg zu rechnen.

Unterstützungslinie

Während eine Widerstandslinie eine Barriere für steigende Kurse ist, sind von einer Unterstützungslinie mehrfach hintereinander fallende Kurse abgeprallt.

In unserem Beispiel ist der Kurs zweimal nach einem Einbruch im Bereich von 63 Euro abgeprallt. Die beiden Tiefpunkte sind durch die rote Unterstützungslinie verbunden. Die Unterstützungslinie bildet also eine Barriere nach unten, die der Kurs nur schwer durchbrechen kann.

Unterstützungslinie

Kommt es am Ende doch zu einem Durchbruch, ist nach dem Passieren der Unterstützungslinie mit einem Kurseinbruch zu rechnen.

Trading Range

Bei einer Trading Range pendelt der Kurs zwischen zwei Linien hin und her. Er prallt also abwechselnd von einer oberen Widerstandslinie und einer unteren Unterstützungslinie ab. In unserem Beispiel schwankt der Kurs zwischen 114€ und 108€.

Bei einem Ausbruch aus der Trading Range kommt es häufig zu einer starken Kursbewegung in Richtung des Ausbruchs.

Trading Range

Was ist ein Breakout ?


Bei einem Breakout steigt der Kurs über eine Widerstandslinie oder fällt unter einer Unterstützungslinie. Hierbei kann man zwischen zwei Arten von Breakouts unterscheiden.

  • Im ersten Fall spricht man von einem Breakout, wenn der Kurs einer der beiden Linien durchbricht.
  • Im zweiten Fall muss der Kurs die Linien nicht nur durchbrechen, sondern er muss auch oberhalb der Widerstandslinie oder unterhalb der Unterstützungslinie schließen.

Wann wird nach einem Breakout eingestiegen?


Der Einstieg nach einem Breakout erfolgt immer in Richtung des Ausbruchs. Steigt der Kurs also über eine Widerstandslinie, wird gekauft und eine Long Position wird eröffnet. Fällt der Kurs unter eine Unterstützungslinie, wird verkauft und eine Short Position eröffnet .

Für den Einstieg in eine Position gibt es drei Möglichkeiten:

Einstieg per Stop Order

Bei der ersten Variante wird bereits vor dem Ausbruch eine Stop Order platziert. Bei einer Widerstandslinie wird eine Stop Kauforder knapp oberhalb der Widerstandslinie gesetzt . Im Falle einer einer Unterstützungslinie wird eine Stop Verkaufsorder unterhalb der Unterstützungslinie platziert. Durchbricht der Kurs die Linie, wird die Order automatisch ausgelöst und eine neue Position wird eröffnet.

Beispiel


Ein Trader beobachtet, dass der Kurs einer Aktie mehrfach knapp unter dem Kurs von hundert Euro abgedreht ist. Um an einem möglichen Breakout partizipieren zu können, entschließt er sich eine Stop Kauforder bei einem Kurs von 100,50€ zu setzen. Diese Ordner wird ausgelöst sobald der Kurs von 100,50€ erreicht wird. Daraufhin wird die Aktie zum nächsten handelbaren Kurs gekauft.


Der Vorteil dieser Strategie ist, dass relativ früh in eine Bewegung eingestiegen wird. Dadurch kann die Trading Position zu einem günstigen Preis aufgebaut werden. Der Nachteil ist, dass es zu vielen Verlusttrades kommen kann.

Häufig bewegt sich der Kurs nur kurzzeitig über die Linie und fällt dann wieder unter die Linie zurück. Der Trader ist dann durch seine Stop Order in eine Position eingestiegen, die schon kurz danach wieder ins Minus dreht und dadurch zu einem Verlust führt.

Gerade bei ausgeprägten Trading Ranges versuchen viele Trader per Stop Order in einem Range Breakout einzusteigen. Dadurch liegen hier kurz über der Widerstandslinie eine ganze Reihe von Stop Kauforders. Bei Übersteigen der Widerstandslinie kommt es durch diesen plötzlichen Nachfrageüberhang zu explosionsartig steigenden Kursen, wodurch viele Trader zu deutlich höheren Kursen einsteigen als sie eigentlich erwartet hätten. (Eine Stop Order garantiert nicht, dass die Order zum Stoppkurs ausgeführt wird.) Sind nach dem Ausbruch alle Orders abgearbeitet, bricht die Nachfrage wieder zusammen und der Kurs fällt wieder unter die Widerstandslinie. In diesem Fall sind die Anleger in eine Bullenfalle getappt.

Einstieg nachdem der Kurs oberhalb der Linie schließt

Um diese oben beschriebene Gefahr zu umgehen, warten viele Anleger etwas länger und steigen erst ein, nachdem der Kurs oberhalb der Widerstandslinie oder unterhalb der Unterstützungslinie geschlossen hat.

In der Abbildung ist der letzte Tag als Kerze dargestellt. Es ist deutlich zu sehen, dass die Kerze oberhalb der Widerstandslinie schließt. Erst jetzt kann in eine neue Long Position eingestiegen werden.

Diese Art des Einstiegs führt natürlich dazu, dass zu etwas schlechteren Kursen eingestiegen wird. Allerdings bewahrt dieses Vorgehen den Trader vor den oben beschriebenen Fehltrades.

Einstieg nach dem ersten Rücksetzer

Die dritte Variante ist die konservativste der drei Varianten. Hierbei wird gewartet, bis sich der Kurs wieder zur Linie zurück bewegt. Nach dieser Gegenbewegung wird erst eingestiegen, nachdem der Kurs seine ursprüngliche Ausbruchsbewegung fortsetzt.

Ist der Kurs also durch eine Widerstandslinie gebrochen, wird zuerst auf den ersten Rücksetzer gewartet. Erst wenn die Kurse nach diesem Rücksetzen wieder ansteigen, wird eine neue Long Position eröffnet.

Ausstieg aus der Position


Auch für den Ausstieg gibt es verschiedene Verfahren. Entweder kann ein Zielkurs festgelegt werden oder es wird ein Stoppkurs nachgezogen.

Zielkurs

Mit dem Zielkurs wird der Punkt festgelegt, an dem die Position zu einem späteren Zeitpunkt mit Gewinn verkauft werden soll. Dabei wird der Zielkurs beim Durchbruch durch eine Widerstandslinie oberhalb des aktuellen Kurses positioniert. Bei einem Fall unter die Unterstützungslinie wird der Zielkurs unterhalb des aktuellen Kurses eingetragen. Auf Höhe des Zielkurs wird eine Limit Order platziert. Wird der Zielkurs erreicht, wird die Limit Order ausgelöst und der Trade wird automatisch mit Gewinn geschlossen.

Der Zielkurs sollte dabei natürlich so gewählt werden, dass zwar ein großer Teil der Ausbruchsbewegung mitgenommen wird, gleichzeitig aber die Gefahr relativ gering ist, dass der Kurs vor Erreichen des Zielkurses wieder dreht und somit die Limit Order nicht ausgelöst wird.

Zur Ermittlung des optimalen Zielkurses gibt es verschiedene Ansätze.

  • Der Trader kann vorherige Breakout Bewegungen beobachten und daraus schließen, wie weit sich der Kurs dieses Mal vom aktuellen Ausbruch wegbewegen wird.
  • Bei Trading Ranges wird oft der Abstand zwischen Widerstandslinie und Unterstützungslinie gemessen. Dieser Wert wird dann beim Bruch der Widerstandslinie zum Einstiegskurs hinzugerechnet, beim Fall unter einer Unterstützungslinie wird der Wert vom Einstiegskurs abgezogen. Der so errechnete Wert ist der neue Zielkurs.

Das Problem beim Trading mit Zielkursen ist, dass bei langen und potenziell sehr profitabelen Ausbruchsbewegungen viel zu früh aus einem Trade ausgestiegen wird. Der Gewinn ist immer auf den Abstand zwischen Zielkurs und Einstiegskurs begrenzt, selbst wenn der Kurs nach dem Erreichen des Zielkurses noch deutlich weiter steigt. Dieses Problem besteht bei der folgenden Methode nicht.

Nachgezogener Stoppkurs oder Trailing Stops

Bei der zweiten Variante wird per Stoppkurs aus einem Trade ausgestiegen. Dazu wird bei einem Kauf eine Stop Verkaufsorder unterhalb des aktuellen Kurses platziert. Bei einer Short Position wird eine Stop Kauforder oberhalb des aktuellen Kurses platziert. Dieser Stoppkurs wird in Ausbruchsrichtung nachgezogen. Dafür gibt es verschiedene Methoden.

Viele Broker bieten das Setzen eines Trailing Stops an. Dabei wird ein Abstandswert zwischen dem aktuellem Kurs und dem Stoppkurs festgelegt. Beim Kauf einer Aktie könnte zum Beispiel ein Abstandswert zwischen Kaufkurs und Stoppkurs von 10 Prozent festgelegt werden. Steigt der Kurs der Aktie, so wird der Stoppkurs automatisch nachgezogen, sodass der Abstand weiterhin 10 Prozent beträgt. Fällt der Kurs hingegen, wird der Stoppkurs nicht verändert, bis der Kurs den Stoppkurs erreicht und die Aktie ausgestoppt wird.

Andere Trader wiederum nutzen keinen automatischen Trailing Stop, sondern setzten ihre Stops unter markanten Tiefpunkten (oder im Falle einer Short Position oberhalb eines vorherigen Hochs). Kommt es beispielsweise in einer Aufwärtsbewegung zu einer kurzfristigen Gegenbewegung, wird der neue Stoppkurs auf den Tiefpunkt dieser Gegenbewegung gesetzt. Alternativ kann auch erst ausgestiegen werden, wenn der Kurs unter dem Tief schließt.

Ausstieg bei Verlusten


Natürlich darf man bei einem Trade nicht nur an die Gewinne denken, sondern muss sich auch gegen mögliche Verluste absichern. Im Allgemeinen gilt der Ausbruch als fehlgeschlagen, wenn der Kurs die Linie erneut aus der anderen Richtung kommend durchbricht. Fällt der Kurs also unter die Widerstandslinie oder steigt über die Unterstützungslinie, so sollte der Trade (mit Verlust) beendet werden.

Weitere Breakout Strategien


Darvas Box

Die Darvas Box wurde von dem sehr erfolgreichen ungarischen Trader Nicolas Darvas entwickelt. Bei der Darvas Box werden ein Höchstkurs und einen Tiefstkurs ermittelt, zwischen denen der Kurs für einen längeren Zeitpunkt hin und her pendelt. Darvas sah eine Trendbewegung als eine Reihe von aufeinander gestapelten Boxen. Springt der Kurs aus einer der Boxen nach oben, ist dies ein Kaufsignal. Fällt er aus einer Box, ist dies ein Verkaufssignal.

Donchian und Keltner Channel

Donchian Channel und Keltner Channel sind beides Kanalsysteme mit einer oberen und einer unteren Linie. Wird die obere Linie durchbrochen, ist dies ein Kaufsignal. Ein Fall unter die untere Linie ist ein Verkaufssignal. Donchian Channel Breakouts wurden zum Beispiel sehr erfolgreich von den Turtle Tradern angewendet.

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