Gleitende Durchschnitte Übersicht

Gleitende Durchschnitte werden in der technischen Analyse auf vielfältige Weise eingesetzt. Sie dienen zur Bestimmung des Trends, zum Erzeugen von Ein- und Ausstiegssignalen und fließen in die Berechnung von komplexeren Indikatoren wie MACD oder Bollinger Bändern ein.


Ziel ist die Glättung des Kursverlaufs

Chart mit gleitendem Durchschnitt

In dem nebenstehenden Chart sehen Sie den Kursverlauf einer Aktie (blau) und einen aus dem Kurs berechneten gleitenden Durchschnitt (rot).

Die Kurslinie zeigt die für Wertpapiere typischen Auf- und Abwärtsbewegungen. Im Gegensatz dazu ist der Verlauf der Durchschnittslinie deutlich glatter. Die kurzfristigen Schwankungen werden also durch den Durchschnitt herausgefiltert und der langfristige Trend ist besser zu erkennen.


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Berechnung der Durchschnitte


Unten finden Sie eine Liste mit verschiedene Varianten von gleitenden Durchschnitten.

Alle diese Durchschnitte werden auf unterschiedliche Weise berechnet.

Daraus resultierend weichen die Werte der einzelnen Durchschnitte voneinander ab.

Dies wiederum führt dazu, dass auch die Durchschnittslinien der verschiedenen Durchschnitte einen unterschiedlichen Verlauf haben.

Unterschiedliche Varianten von gleitenden Durchschnitten


Einfacher gleitender Durchschnitt (SMA)

Der einfache gleitende Durchschnitt ist das arithmetische Mittel der letzten x-Zeiteinheiten. Wie schon oben erwähnt, ist beispielsweise der einfache gleitende Durchschnitt der letzten 10 Tage die Summe aller Kurse innerhalb der letzten 10 Tage, geteilt durch die Anzahl der Tage.

Mehr Informationen zum einfachen gleitenden Durchschnitt


Gewichteter gleitender Durchschnitt (WMA)

Beim gewichteten gleitenden Durchschnitt haben die späteren Kurse einen stärkeren Einfluss auf die Berechnung des Durchschnitt als die früheren Kurse. Hierzu werden die einzelnen Kurse mit einem Faktor multipliziert. Je näher der Kurs am aktuellen Kurs liegt, desto größer ist der zu multiplizierende Faktor. Der gewichtete gleitende Durchschnitt verläuft normalerweise enger am aktuellen Kurs als der einfache geleitende Durchschnitt.

Mehr Informationen zum gewichteten gleitenden Durchschnitt


Hull gleitender Durchschnitt (HMA)

Zur Berechnung des Hull Moving Average werden zwei gewichtete gleitende Durchschnitte mit unterschiedlicher Periodenlänge verwendet. Diese werden gemäß einer speziellen Formel zusammengerechnet. Danach wird aus den so erzeugten Werten ein neuer gewichteter gleitender Durchschnitt errechnet. Der Hull Moving Average reagiert deutlich schneller auf Trendänderungen als der gewichtete gleitende Durchschnitt. Anders als bei anderen Durchschnitten werden beim Hull Moving Average Trendänderungen der Durchschnittslinie direkt zum Erzeugen von Ein- und Ausstiegssignalen genutzt.

Mehr Informationen zum Hull Moving Average


Triangular Moving Average

Der Triangular Moving Average (TMA) oder dreieckig gleitende Durchschnitt ist ein doppelt geglätteter gleitender Durchschnitt. Um den Triangular Moving Average zu berechnen, wird zuerst ein einfacher gleitender Durchschnitt (SMA) gebildet. Danach wird aus den Werten dieses einfachen gleitenden Durchschnitts ein neuer einfacher gleitender Durchschnitt errechnet.

Mehr Informationen zum Triangular Moving Average


Exponentiell gleitender Durchschnitt (EMA)

Der exponentiell gleitende Durchschnitt wird aus dem aktuellen Kurs und dem vorherigen Durchschnitt gebildet. Wie bei den vorherigen Durchschnitten kann auch beim EMA die Periodenlänge eingestellt werden. Allerdings entscheidet hier die Periodenlänge nicht darüber, wie viele Werte in die Berechnung des Durchschnitts miteinbezogen werden. Vielmehr beeinflusst die Periodenlänge hier die Größe des Smoothing Factors (SF) und damit wie groß der Anteil des aktuellen Kurses am neu berechneten Durchschnitt ist. Je größer die Periodenlänge, desto kleiner der SF und desto kleiner der Anteil des aktuellen Kurses am neuen Durchschnitt.

Der exponentiell geglättete Durchschnitt ist neben dem SMA der am meisten im Trading verwendete Durchschnitt.

Mehr Informationen zum exponentiell gleitenden Durchschnitt


Adaptiver gleitender Durchschnitt (KAMA)

Im Unterschied zu den anderen hier aufgelisteten gleitenden Durchschnitten kann sich der KAMA selbstständig an wechselnde Trendphasen anpassen. Wenn sich der Kurs in einem starken Trend befindet, so steigt auch der KAMA stark an. Geht der Kurs hingegen in eine Seitwärtsbewegung über, wird auch der KAMA automatisch abgebremst. Dadurch verläuft die Durchschnittslinie in Seitwärtsbewegungen oft in einem gewissen Abstand vom Kurs, sodass es seltener zu zufälligem Kreuzen von Kurs und Durchschnittslinie kommt.

Mehr Informationen zum adaptiven gleitenden Durchschnitt.


Double Exponential Moving Average (DEMA)

Der Double Exponential Moving Average wurde entwickelt, um die Verzögerung, mit der gleitende Durchschnitte normalerweise auf einen Trendwechsel im zugrundeliegenden Kurs reagieren, zu verkürzen.

Zur Berechnung des DEMA werden ein exponentiell gleitender Durchschnitt und ein aus den ersten exponentiellen Durchschnitt berechneter zweiter Durchschnitt benötigt.

Der DEMA verläuft deutlich näher am Kurs als der EMA derselben Periodenlänge.

Mehr Informationen zum Double Exponential Moving Average


Triple Exponential Moving Average (TEMA)

Ebenso wie der DEMA soll auch der TEMA die Verzögerung, mit der gleitende Durchschnitte auf Trendumschwünge reagieren, minimieren.

Der TEMA wird aus insgesamt drei verschiedenen exponentiell gleitenden Durchschnitten, die nacheinander berechnet werden müssen, gebildet.

Die Durchschnittslinie des TEMA verläuft noch etwas enger an der Kurslinie als der DEMA.

Mehr Informationen zum Triple Exponetial Moving Average


Einsatz von gleitenden Durchschnitten im Trading


Gleitende Durchschnitte werden sowohl zum Bestimmen des Trends als auch zum generieren von Ein- und Ausstiegssignalen genutzt.

Trendbestimmung

Der Trend kann auf zwei Arten bestimmt werden.

  • Die Durchschnittslinie wird direkt zum Bestimmen des Trends benutzt. In diesem Fall liegt ein Trendwechsel dann vor, wenn sich die Durchschnittslinie in die Gegenrichtung dreht.
  • Ein Trendwechsel liegt vor, wenn die Durchschnittslinie die Kurslinie kreuzt. Ein Aufwärtstrend liegt vor, wenn die Durchschnittslinie unterhalb des Kurses verläuft. Ein Abwärtstrend liegt vor, wenn die Durchschnittslinie oberhalb der Kurslinie verläuft.

Einstiegs- und Ausstiegssignale

Signale zum Eröffnen und Schließen einer Position werden erzeugt, wenn sich zwei Linien kreuzen. Auch hier gibt es verschiedene Methoden:


1.) Kreuzen von Kurs und Durchschnitt

Eine Position wird eröffnet, wenn die Durchschnittslinie die Kurslinie kreuzt. Schneidet die Kurslinie die Durchschnittslinie von unten nach oben, so liegt ein Kaufsignal vor. Schneidet die Kurslinie die Durchschnittslinie von oben nach unten, liegt ein Verkaufssignal vor.


2.) Double Crossover Methode

Eine Position wird eröffnet, wenn sich zwei Durchschnittslinien kreuzen. Meistens werden zwei Durchschnittslinien mit unterschiedlichen Periodenlängen verwendet. Schneidet die Durchschnittslinie mit der kürzeren Periodenlänge die Linie mit der längeren Periodenlänge von unten nach oben, so liegt ein Kaufsignal vor. Schneidet sie die Linie mit der längeren Periodenlänge von oben nach unten, so liegt ein Verkaufssignal vor.

Mehr Informationen unter Double Crossover Methode


3.) Triple Crossover Methode

 Die Position wird ebenfalls nach dem Kreuzen von zwei Durchschnittslinien eröffnet. Allerdings wird nun eine dritte Durchschnittslinie als Filter verwendet. Nur wenn sich die dritte Durchschnittslinie unterhalb der beiden kreuzenden Linien befindet, darf ein Kaufsignal gehandelt werden. Ebenso darf ein Verkaufssignal nur gehandelt werden, wenn gleichzeitig der dritte Durchschnitt oberhalb der kreuzenden Linien verläuft.

Mehr Informationen unter Triple Crossover Methode


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