Triple Exponential Moving Average (TEMA)

Der Triple Exponential Moving Average (TEMA) ähnelt in seinem Aufbau sehr dem DEMA und wurde wie dieser von Patrick Mulloy entwickelt. Zur Berechnung des TEMA wird zuerst der exponentielle gleitende Durchschnitt (EMA) für die gewählte Periodenlänge berechnet. Aus den Werten dieses EMA werden sodann zwei weitere exponentielle gleitende Durchschnitte gebildet, aus denen dann schließlich der TEMA errechnet wird. Ziel der Berechnung ist es, einen Indikator zu erhalten, der sehr schnell auf Trendänderungen reagiert.

Berechnung des TEMA


Die Berechnung des TEMA erfolgt in vier Schritten.

Schritt 1: Der exponentielle gleitende Durchschnitt für eine bestimmte Periodenlänge wird berechnet.

EMAt

Schritt 2: Aus den Werten des in Schritt 1 errechneten EMA wird ein zweiter EMA berechnet. Dieser EMA ist also der exponentielle gleitende Durchschnitt des ersten EMA.

EMA (EMAt)

Schritt 3: Aus dem in Schritt 2 errechneten EMA wird ein dritter EMA errechnet. Also der exponentielle gleitende Durchschnitt des exponentiellen gleitenden Durchschnitts des exponentiellen gleitenden Durchschnitts.

EMA[EMA(EMAt)]

Schritt 4: Die drei zuvor berechneten gleitenden Durchschnitte werden nun in die untenstehende Formel eingesetzt.

TEMAt = 3*EMAt– EMA(EMAt) + EMA[EMA(EMAt)]

Der TEMA wird für mehrere, aufeinanderfolgende Tage berechnet. Diese Werte des TEMA können in einen Chart eingetragen werden. Werden die einzelnen Punkte verbunden, entsteht die Durchschnittslinie des TEMA.

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Vergleich mit anderen gleitenden Durchschnitten


Diese Durchschnittslinie verläuft deutlich steiler als die Durchschnittslinien des einfachen EMA oder des DEMA.

gelbe Linie: EMA | blaue Linie: DEMA | rote Linie: TEMA

Die Durchschnittslinie des TEMA verläuft daher auch meistens deutlich enger am Kurs, als die Durchschnittslinien der anderen beiden Durchschnitte.

Dadurch, dass die Linie deutlich näher an Kurs verläuft, kommt es es bei Trendumschwüngen im Kurs schneller zu einem Bruch der Kurslinie durch die Durchschnittslinie. Wenn diese Durchbrüche zum Erzeugen von Ein- und Ausstiegssignalen genutzt werden, so werden diese Signale im TEMA schneller ausgelöst als bei anderen gleitenden Durchschnitten.

Dasselbe gilt, wenn mehrere gleitenden Durchschnitte zum Erzeugen von Handelssignalen genutzt werden. Werden zum Beispiel zwei gleitende Durchschnitte mit unterschiedlichen Periodenlänge zum Erzeugen von Handelssignalen genutzt ( Double Crossover Methode), so führt die Benutzung von TEMA Durchschnittslinien zu deutlich früheren Einstiegen als die Benutzung von anderen Durchschnittslinien.

Fazit


Das ursprüngliche Ziel des Erfinders des TEMAs, nämlich einen Durchschnitt zu entwickeln, der mit deutlich weniger Verzögerung auf Trendänderungen reagiert, konnte also erreicht werden.

Diese schnelle Reaktionszeit hat allerdings sowohl Vor- als auch Nachteile. Bei relativ kurzfristigen Bewegungen kann schneller in eine Position ein- und wieder ausgestiegen werden. In diesen Fällen kann oft eine Position mit Gewinn geschlossen werden, während dieselbe Position bei anderen Durchschnitten mit einem Verlust geschlossen worden wäre. Gleichzeitig sorgen die schnellen Ein- und Ausstiege allerdings auch dafür, dass in Trendphasen Positionen oft zu früh geschlossen werden und damit Teile der Bewegung verpasst werden.


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