Double Exponential Moving Average (DEMA)

Der Double Exponential Moving Average (DEMA) ist ein technischer Indikator, der aus zwei exponentiellen gleitenden Durchschnitten (EMA) gebildet wird.

Gleitende Durchschnitte reagieren immer erst mit einiger Verzögerung auf Trendwechsel im zugrundeliegenden Kurs. Patrick Mulloy, der Entwickler des DEMA, versuchte deshalb einen Durchschnitt zu kreieren, der genau diese Verzögerung minimiert.

Inhalt


Berechnung des DEMA

Wie reagieren DEMA und EMA auf Kursbewegungen?

Einsatz des DEMA im Trading


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Berechnung des DEMA


Mulloy berechnete zwei EMA. Zuerst berechnete er den „normalen“ EMA für die gewählte Periodenlänge.

Wenn Sie mehr über die Berechnung des EMA erfahren möchten, klicken sie hier.

Dann nahm er die Werte dieses EMA und berechnete aus ihnen einen zweiten EMA. Er bildete also den exponentiellen gleitenden Durchschnitt aus einem exponentiellen gleitenden Durchschnitt.

Dann setzte er die Werte für die beiden EMA in die untenstehende Formel ein.

DEMAt = 2* EMAt – EMA(EMAt)

mit

EMAt = exponentieller gleitender Durchschnitt

EMA(EMAt) = exponentieller Durchschnitt des EMAt

Die Formel kann umgeschrieben werden in

DEMAt = EMAt + EMAt – EMA(EMAt)

Der DEMA ist also der EMA plus der Differenz zwischen EMA und seinem eigenen exponentiellen Durchschnitt.


Wie reagieren DEMA und EMA auf Kursbewegungen?


In einem Aufwärtstrend ist der einfache EMA größer als sein eigener exponentieller Durchschnitt. Die Differenz EMAt – EMA(EMAt) ist also positiv und der DEMA ist größer als der EMA. In einem Abwärtstrend ist es genau umgekehrt und der DEMA ist kleiner als der EMA.

rote Linie EMA | blaue Linie DEMA

Betrachtet man die Durchschnittslinien von EMA und DEMA, so beschleunigt die Durchschnittslinie des DEMA in Aufwärts und Abwärtstrends deutlich stärker als die Durchschnittslinie des EMA. Die Durchschnittslinie liegt deshalb in der Regel auch deutlich näher an der Kurslinie.

Bei einem Trendwechsel nähern sich EMAt und EMA(EMAt) sehr schnell an, sodass der Trendwechsel im DEMA sehr viel eher einsetzt als im einfachen EMA. Im Vergleich zum EMA hat die Durchschnittslinie des DEMA beim einem Trendwechsel einen deutlich spitzeren Verlauf, während die Line des EMA eher flach verläuft (siehe Chart).

Einsatz des DEMA im Trading


Der DEMA kann, genau wie die meisten gleitenden Durchschnitte, zur Bestimmung des Trends genutzt werden.

  • Wenn die Kurslinie oberhalb des DEMA verläuft, so liegt ein Aufwärtstrend vor.
  • Wenn die Kurslinie unterhalb des DEMA verläuft, liegt ein Abwärtstrend vor.

Der DEMA kann auch zum Erzeugen von Handelssignalen genutzt werden.

Der DEMA liefert in den meisten Fällen Ein- und Ausstiegssignale, bevor andere gleitende Durchschnitte wie etwa der EMA oder der SMA Handelssignale erzeugen.

Das ist Fluch und Segen zugleich. In kurzfristigen Seitwärtsbewegungen steigt der DEMA schneller in einen Trade ein und wieder aus. Dadurch steigt er oft mit einem Gewinn aus, während der langsamere EMA mit einem Verlust abschließt. In Trendphase steigt der DEMA aber auch häufiger bei einer kurzfristigen Stagnation aus dem Trade aus und verpasst so Teile des folgenden Anstiegs.

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