Trading Range oder Rechteck Formation

In einer Trading Range bewegt sich der Kurs zwischen zwei waagerechten Linien, von denen der Kurs bereits mehrfach abgeprallt ist. Ein erneutes Abprallen von einer der beiden Linie kann zu einem kurzfristigen Trading in Gegenrichtung genutzt werden. Bei einem Ausbruch aus der Trading Range (Trading Range Breakout) kann eine Position in Ausbruchsrichtung eröffnet werden.

Aufbau der Trading Range


Die Trading Range besteht aus zwei waagerechten Linien. Die obere Linie ist die Widerstandslinie, an der der Kurs bereits mehrfach nach einer Aufwärtsbewegung abgeprallt ist. Die untere Linie ist eine Unterstützungslinie. Auch von dieser Linie ist der Kurs bereits mehrfach abgeprallt. Allerdings stellt die Unterstützungslinie eine Barriere nach unten dar. Der Kurs ist also mehrmals auf diese Linie gefallen, konnte sie aber niemals durchbrechen.

In einer Trading Range prallt der Kurs also abwechselnd von den beiden parallel verlaufenden Linie ab. Die Formation hat die Form eines Kastens, weswegen sie im Deutschen auch als Rechteck Formation bekannt ist.

Trading mit der Trading Range


Beim Trading mit der Trading Range können sowohl Abpraller von einer der beiden Linien als auch Trading Range Ausbrüche gehandelt werden. Abpraller werden dazu genutzt, um eine Position in Gegenrichtung zu eröffnen. Durchbricht der Kurs hingegen eine der beiden Linie, so ist mit einer längeren Bewegung in Richtung des Ausbruchs zu rechnen.

Abpraller von einer der Linien

Da der Kurs bereits in der Vergangenheit mehrfach von der Linie abgeprallt ist, erwarten die Trader bei einer erneuten Annäherung an die Linie, dass der Kurs erneut von der Trading Range Linie abprallen und danach wieder in die Gegenrichtung laufen wird. Sehr risikofreudige Trader eröffnen eine Position bereits, wenn der Kurs die Linie erreicht. Dies ist besonders deshalb risikoreich, da der Kurs in einigen Fällen eben doch die Linie durchbricht. In diesen Fällen setzt häufig eine heftige Kursbewegung in Ausbruchsrichtung ein, sodass der Trader plötzlich mit deutlichen Verlusten konfrontiert ist.

Eine etwas risikoärmere Variante ist es zu warten, bis der Kurs tatsächlich von der Linie abprallt und erst dann eine Position zu eröffnen.

In beiden Fällen würde ein Trader bei einem Abpraller von der Unterstützungslinie eine Kaufposition (Long Position) und beim Abprallen von der Widerstandslinie eine Verkaufsposition (Short Position) eingehen. In der Regel werden die Positionen gehalten, bis die gegenüberliegende Linie erreicht ist.

Trading Range Breakout

Beim Trading Range Breakout wird eine Position eröffnet, nachdem der Kurs eine der beiden Linien der Trading Range durchbrochen hat. Der Kurs ist also aus der Trading Range ausgebrochen und bewegt sich nun außerhalb des Kastens.

In der Regel bricht der Kurs in Richtung des vorherigen Trends aus. Befanden wir uns also vor der Trading Range in einem Aufwärtstrend, so ist ein Ausbruch nach oben wahrscheinlicher als ein Fall unter die untere Linie. Bei einem Ausbruch nach oben nimmt der Kurs seine vorherige Trendbewegung wieder auf, weswegen die Trading Range als eine Fortsetzungsformation bezeichnet wird.

Für den Einstieg gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Zum einen kann per Stop Buy Order in die Position eingestiegen werden. In diesem Fall wird automatisch eine Position eröffnet, sobald der Kurs die Linie durchbricht. Dieses Vorgehen wird zu vielen Verlusttrades führen. Oftmals bewegt sich der Kurs nur kurzfristig über die Trading Range Linie, nur um dann kurz danach wieder unter die Linie zu fallen.

Wenn andere Trader ebenfalls Stop Orders oberhalb der Linie gesetzt haben, kommt es oftmals nach einem Durchbruch zu einem sprunghaften Anstieg, der dann aber ebenso schnell wieder in sich zusammenbricht. Der Trader befindet sich dann relativ unvermittelt in einer Verlustposition wieder. In diesem Fall spricht man auch von einer Bullenfalle (bzw. in einer Abwärtsbewegung von einer Bärenfalle).

Die zweite Möglichkeit wäre es zu warten, bis sich die Ausbruchsbewegung etwas verfestigt hat. Beispielsweise könnte in einem Tageschart abgewartet werden, ob der Kurs außerhalb der Trading Range schließt. Dadurch ist die Gefahr in eine Bullenfalle zu tappen etwas geringer.

Eine weitere Möglichkeit ist es auf die erste Gegenbewegung zu warten. Fällt der Kurs während der Gegenbewegung unter die Trading Range Linie, so handelt es sich wahrscheinlich um einen Fehlausbruch und es wird keine Position eröffnet. Dreht der Kurs aber oberhalb der Linie oder prallt von der Linie wieder ab, so ist dies ein positives Zeichen und es kann mit dem Aufbau einer Position begonnen werden.

Volumen

Trader, die einen Trading Range Breakout traden, beobachten oft zusätzlich das Volumen. Erfolgt der Durchbruch bei einem gleichzeitig hohen Volumen, so ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass sich die Bewegung verfestigt und der Kurs weiter in Ausbruchsrichtung läuft.

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