Geldkurs und Briefkurs | Geld und Brief an der Börse erklärt

Der Briefkurs ist der Preis, zu dem ein Wertpapier, wie beispielsweise eine Aktie, an der Börse gekauft werden kann. Der Geldkurs ist der Kurs, zu dem der Verkäufer des Wertpapiers einen Abnehmer finden würde. Die Differenz zwischen Geldkurs und Briefkurs wird als Geld Brief Spanne oder Spread bezeichnet.

An Stelle der Begriffe Geld und Brief werden auch die englischen Begriffe Bid und Ask verwendet.

Wie werden Geldkurs und Briefkurs festgelegt?


An der Börse gibt es für jedes Wertpapier ein Orderbuch, in dem die Angebots- und Nachfragekurse für das entsprechende Wertpapier festgehalten werden. Im Orderbuch sind ausschließlich Limit Orders eingetragen.

  • Der potentieller Käufer einer Aktie legt mit einer Kauf Limit Order fest, wieviel er höchstens für die Aktie bezahlen möchte.
  • Ein Verkäufer legt mit seiner Verkauf Limit Order fest, wieviel er mindestens für seine Aktien erhalten möchte.
Orderbuch Geld und Brief

Zur weiteren Erklärung sehen wir uns das Orderbuch einer Aktie an. Auf der linken Seite sind die Kaufinteressenten zu sehen. Diese Seite wird auch als die Geld Seite bezeichnet. In unserem Beispiel haben wir zwei Kaufgebote. Ein Anleger möchte 200 Aktien zu einem Preis von 101,50€ kaufen. Daneben liegt ein Gebot über 500 Stück zu einem Preis von 101,40€ vor.

Auf der anderen Seite sind die Verkaufskurse eingezeichnet. Hier ist ein Anleger bereit 100 Aktien für 101,60€ zu verkaufen. Ein weiterer Anleger möchte für seine 50 Aktien mindestens 101,80€ erhalten.

Möchte nun ein Anleger Aktien kaufen, so liegt der für ihn günstigste Preis im Augenblick bei 101,60€. Dies ist der Preis, der in einer Zeitung oder bei einem Börseninformationsdienst als Briefkurs oder Brief angegeben wird.

Der Geldkurs ist der Preis zu dem ein Anleger eine Aktien verkaufen kann. In unserem Fall ist der höchste Preis, den ein Verkäufer im Moment erzielen kann, ein Preis von 101,50€. Dieser Preis würde also als Geldkurs oder Geld angegeben werden.

Wenn Sie die obige Aktien per Market Order handeln wollten, könnten Sie diese also zu einem Briefkurs von 101,60€ kaufen oder zum Geldkurs von 101,50 verkaufen.

Geld und Brief Spanne (Spread)


In unserem Beispiel von oben sehen Sie, dass der Briefkurs über dem Geldpreis liegt. Dies ist an der Börse der Normalfall. Wenn Geldkurs und Briefkurs identisch wären, hieße dies, dass der Käufer und Verkäufer zum gleichen Preis kaufen und verkaufen wollen. In diesem Fall käme es zu einem Geschäft und die Orders würden aus dem Orderbuch genommen. Das selbe würde passieren, wenn das Verkaufsgebot über dem Kaufgebot liegen würde.

Im obigen Beispiel liegt der Briefkurs bei 101,60€ und der Geldkurs bei 101,50€. Die Geld Brief Spanne oder der Spread liegen also bei

101,60€ – 101,50€ = 0,10€

Die Höhe der Geld Brief Spanne ist immer abhängig davon, wo die Limit Orders platziert wurden. Läge dass tiefste Kaufgebot im obigen Beispiel beispielsweise bei 102,00€, so würde die Geld Brief Spanne 0,50€ betragen.

Im Allgemeinen ist der Spread bei vielgehandelten Wertpapieren höher als bei wenig gehandelten Wertpapieren. Bei vielgehandelten Wertpapieren gibt es meistens eine große Anzahl an Kauf- und Verkaufsgeboten, sodass Geld und Brief nahe beieinanderliegen.

Bei wenig gehandelten Werten sollten Sie aber aufpassen. Hier können Geld und Briefkurs weit auseinanderliegen. Viele Anleger, die mit Hilfe einer Market Order kaufen, achten häufig nur auf den zuletzt gehandelten Kurs und nicht auf den Briefkurs. Dadurch erkennen sie nicht, dass sie nur zu einem deutlich schlechteren Kurs kaufen können, als der zuletzt gehandelte Kurs suggeriert.

Geld und Brief bei Optionsscheinen, Zertifikaten und CFDs.


Zertifikate, Optionsscheine und CFDs werden häufig nicht über die Börse sondern direkt über den Emittenten gehandelt. In anderen Fällen tritt der Emittent als Market Maker auf. In beiden Fällen legt der Emittent den Geld und Briefkurs fest. Der Emittent bietet also einen Kurs an, zu dem das Wertpapier gekauft werden kann und einen etwas tieferen Kurs, zu dem das Wertpapier wieder verkauft werden kann. Wenn der Emittent also gleichzeitig einen Optionsschein kauft und an einen anderen Anleger verkauft, macht er einen Gewinn in Höhe des Spreads.

Die Höhe des Spreads ist in der Regel eine konstante Größe. Bei Optionsscheinen ist der Abstand zwischen Geld und Briefkurs häufig auf 0,10€ festgelegt. Viele Emittenten verlangen allerdings etwas höhere Spreads, wenn außerhalb der Handelszeiten gehandelt werden soll.

Weitere Artikel


Was bedeuten die Orderzusätze billigst, bestens und Limit?


Was bedeutet bullish und bearish?


Long und Short bei Aktien, CFD und Optionen.