Kauf mit Limit Order | Erklärung und Beispiel

Eine Limit Kauforder wird beim Kauf eines Wertpapiers gesetzt und legt fest, dass das Wertpapier erst bei Erreichen eines bestimmten Kurses gekauft werden kann. Dieser in der Limit Order eingestellte Kurs liegt dabei unterhalb des aktuellen Kurses. Der Kurs des Wertpapiers muss also vor dem Kauf zuerst auf den Kurs der Limit Order sinken.

Die Limit Kauforder wird bei manchen Brokern auch als Limit Buy Order oder Limit Order Kauf bezeichnet.

Definition


Im Gegensatz zu einer Market Order, bei der das Wertpapier zum nächstmöglichen Kurs gekauft wird, wird bei der Limit Order erst gekauft, wenn ein vorher festgelegter Kurs erreicht wird. Dieser Kurs liegt bei der Limit Kauforder unterhalb des aktuellen Kurses. Das Wertpapier wird also nicht direkt gekauft, sondern es muss gewartet werden, bis der Kurs auf oder unter denn Limit Kurs gefallen ist. Dadurch erhält der Anleger das Wertpapier etwas günstiger als zum aktuellen Kurs. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass der Kurs weiter steigt und die Limit Order nicht ausgelöst wird.

Chart mit Limit Kauforder

Im Chart oben ist die Funktion einer Limit Kauforder noch einmal verdeutlicht. Die rote Linie zeigt den Kursverlauf einer Aktie. Der Kurswert, zu dem die Limit Order ausgelöst wird, ist gelb markiert. Im Augenblick befindet sich der Kurs oberhalb der Limit Order. Ein Kauf wird erst getätigt, wenn der Kurs der Aktie auf den Wert der Limit Order fällt.

In der Regel ist die Laufzeit der Limit Kauforder zeitlich begrenzt. Wenn die Limit Order also nach Ablauf einer bestimmten Zeitspanne nicht ausgelöst wurde, wird die Order automatisch gelöscht. Der Zeitpunkt, an dem die Order wieder entfernt werden soll, kann meistens vom Trader selbst eingestellt werden. Die Order kann bereits nach wenigen Minuten oder auch erst nach einigen Wochen gelöscht werden. Die Einstellung Ultimo bedeutet, dass die Limit Order am Ende des letzten Tages des laufenden Monats gelöscht wird.

Beispiel für Kauf mit Limit Order


Ein Anleger möchte eine Aktie kaufen. Der aktuelle Kurs der Aktie liegt bei 52,50 €. Der Anleger entschließt sich für einen Kauf per Limit Order. Dazu setzt er das Limit auf 48,00 €. Solange sich die Aktie oberhalb von 48,00 € bewegt, wird die Aktie nicht gekauft. Ein Kauf wird erst getätigt, wenn der Kurs der Aktie auf 48,00 € fällt. Die Aktie darf dabei nur zu einem Kurs von 48,00 € oder tiefer gekauft werden.

Die Limit Order in unserem Beispiel ist relativ weit vom aktuellen Kurs entfernt. Einige Trader setzen die Order deutlich näher an den aktuellen Kurs. Gerade bei wenig gehandelten Aktien, bei denen Geld- und Briefkurs weit auseinanderliegen, wird die Limit Order oft zwischen Geld- und Briefkurs gesetzt. Der Trader setzt also sein neues Kaufangebot vor den vorherigen Geldkurs und hofft, dass sich zu diesem Preis ein Käufer findet.

Vorteile und Nachteile der Limit Kauforder


Vorteile

  • Der Kaufkurs ist bei der Limit Kauforder etwas tiefer als bei einer Market Order
  • Die Limit Order schützt den Käufer vor plötzlichen Kurssprüngen. Bei einer Market Order kann es dem Käufer passieren, dass der Kauf zu einem deutlich höheren Preis ausgeführt wird, als vom Käufer ursprünglich erwartet.
  • Da die Limit Kauforder automatisch ausgelöst wird, muss der Trader nicht ständig denn Kurs verfolgen, um den optimalen Einstiegspunkt nicht zu verpassen.

Nachteile

  • Es besteht die Möglichkeit, dass der Kurs nicht unter den festgelegten Kurswert fällt. Gerade bei starken Aufwärtsbewegungen kommt es oft nicht zu dem erhofften Rücksetzer. In diesem Fall wird die Limit Order nicht ausgeführt und der Anleger muss den Kursanstieg von der Seitenlinie aus verfolgen.

Schließen einer Short Position mit Hilfe einer Limit Kauforder


Die Limit Kauf Order kann nicht nur zum Eröffnen einer Long Position verwendet werden, sondern sie kann auch dazu verwendet werden eine Short Position zu schließen. Mit Hilfe einer Short Position setzt ein Anleger auf fallende Kurse. Er kann dies zum Beispiel tun, indem er eine Aktie leerverkauft oder indem er einen CFD verkauft.

Trader legen oft schon während sie in einen Trade einsteigen fest, an welchem Punkt sie im Gewinnfall wieder aussteigen möchten. Sie versuchen also zu prognostizieren, wie tief der Kurs in etwa fallen wird. Dann legen sie eine Kursschwelle unterhalb des aktuellen Kurses fest, von der sie annehmen, dass sie beim nächsten Kurseinbruch erreicht wird. In Höhe dieser Kursschwelle wird nun eine Limit Kauforder gesetzt, die die Short Position automatisch schließt, sobald die Kursschwelle erreicht wird.

Beispiel


Ein Trader hat im Chart einer Aktie eine bearishe Candlestick Formation entdeckt. Er erwartet, dass die Aktie nach dem Erscheinen der Formation um mehr als 5 Prozent fallen wird. Im Moment notiert die Aktie bei 100€ und der Trader hält es für realistisch, dass die Aktie auf 95€ fallen wird. Er entscheidet sich daher dazu, die Aktie leerzuverkaufen. Gleich darauf platzierter eine Limit Kauforder bei 95€. Fällt die Aktie also auf 95€, so wird die Aktie gekauft und dadurch die Leerposition wieder geschlossen. Der Trader macht einen Gewinn von 5€ (ohne Berücksichtigung der Transaktionskosten).


Der Vorteil eines solchen Vorgehens ist, dass der Trader nicht die ganze Zeit den Verlauf der Aktie verfolgen muss. Das hält ihn zum einen davon ab, emotionale Entscheidungen zu treffen, zum anderen kann er so seine Zeit anderen Dingen zuwenden.

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