Long und Short bei Aktien | einfach erklärt

Ein Trader, der eine Long Position in Aktien hält, ist im Besitz von Aktien und hofft, dass diese im Wert steigen. Im Gegensatz dazu hat ein Trader, der eine Short Position hält, die Aktien leerverkauft und hofft, dass der Kurs dieser Aktien fällt. Während der Trader mit der Long Position die Aktien besitzt, hat der Short Trader seine Aktien von einem Dritten geliehen und muss ihm diese zu einem späteren Zeitpunkt wieder zurückgeben.

Long Trade


Bei einem Long Trade kauft der Anleger eine Aktie. Wenn der Kurs seiner Aktie nach dem Kauf steigt, steigt der Wert der Long Position. Fällt der Kurs hingegen nach dem Kauf, so macht der Anleger Verluste.

Im Gegensatz zur Short Position, bei der die Verluste unbegrenzt sind, ist der potentielle Verlust bei der Long Position auf den Preis begrenzt, den der Anleger für die Aktie bezahlt hat. Eine Aktie, die für 100€ gekauft wurde, kann höchstens auf 0 fallen. Der maximal mögliche Verlust des Investments beträgt also 100€.

Short Trade


Während der Long Trader auf steigende Kurse setzt, hofft der Short Trader auf fallende Kurse. Um von den erhofften fallenden Kurse zu profitieren, muss er die Aktie leerverkaufen. Dazu leiht er sich die Aktie von einem Dritten, verkauft die Aktie an der Börse und hofft, dass er die Aktie zu einem späteren Zeitpunkt zu einem tieferen Kurs zurückkaufen kann.

Zuerst muss er einen anderen Anleger finden, der im Besitz der Aktien ist und gleichzeitig bereit ist ihm die Aktien zu leihen. Der Shortseller ist verpflichtet ihm die Aktien zu einem späteren Zeitpunkt zurückzuzahlen. Daneben zahlt er ihm eine Leihgebühr für die Aktien. Wenn die Aktie während der Leihphase Dividenden ausschüttet, muss der Short Trader den Verleiher für die entgangenen Einnahmen kompensieren. In der Regel übernimmt der Broker, über den der Leerverkauf getätigt wird, die Aufgabe einen willigen Verleiher zu finden.

Nachdem der Short Trader die Aktien erhalten hat, verkauft er sie an der Börse. Nun können verschiedene Szenarien eintreten.

Wenn der Kurs der Aktie nach seinem Verkauf fällt, ist seine Short Position im Plus. Er könnte nun seine Aktie zu einem tieferen Kurs zurückkaufen und sie dem Verleiher wieder zurückgeben. Sein Gewinn wäre die Differenz aus Verkaufspreis und dem späteren Rückkaufpreis.

Wenn der Kurs der Aktie hingegen steigen sollte, rutscht die Short Position ins Minus. Wenn er die Aktie nun zurückkaufen wollte, müsste er mehr für die Aktie bezahlen, als er anfänglich durch den Verkauf erhalten hat.


Beispiel

Sehen wir uns dazu ein Beispiel an. Unser Trader hat sich eine Aktie geliehen und verkauft sie zu einem Kurs von 100€.

Szenario 1. Der Kurs der Aktie fällt auf 90€. Wenn der Anleger die Aktie nun verkauft, macht er einen Gewinn von 100€ – 90€ = 10€

Szenario 2. Der Kurs der Aktie steigt auf 110€. Entscheidet er sich nun die Aktie zurückzukaufen, so entsteht ihm ein Verlust von 100€ – 110€ = (- 10€ )

In unserem Beispiel wurden die Leihgebühr sowie die Gebühren für den Broker nicht berücksichtigt. Diese fallen natürlich in beiden Szenarien an.


Während der Wert einer Long Position höchstens auf 0 fallen kann, sind die potentiellen Verluste bei einem Short Trade nicht nach oben begrenzt. Eine Aktie, die bei 100€ steht, kann höchstens bis auf 0 fallen, sie kann aber 300€ oder 400€ steigen. Der mögliche Verlust bei einer Short Position ist also deutlich höher als bei einer Long Position.

Weitere Möglichkeiten um auf steigende und fallende Aktienkurse zu spekulieren


Neben dem direkten Kauf oder Leerverkauf gibt es noch weitere Möglichkeiten, um auf das Fallen und Steigen von Aktienkursen zu spekulieren. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Zertifikaten und Optionsscheinen, mit denen man auf Kursbewegungen bei Aktien setzen kann. Wer es etwas riskanter mag, wählt dazu Knock out Zertifikate und Optionsscheine aus. Auf steigende Kurse wird dabei durch den Kauf von Long Knock Out Zertifikaten und Call Optionsscheinen gesetzt. Um auf fallende Kurse zu spekulieren, können Short Knock Outs und Put Optionen gekauft werden. Knock Outs und Optionsscheine bewegen sich in der Regel deutlich stärker als die Aktie selbst. Allerdings haben sie gegenüber dem Leerverkauf den Vorteil, dass hier die Verluste auf den Ankaufspreis begrenzt sind.

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