Charttechnik | 38 Tage Linie kreuzt 200 Tage Linie

Die 200 Tage Linie und die 38 Tage Linie werden an der Börse zum Erzeugen von Kauf- und Verkaufssignalen verwendet. Wenn die 38 Tage Linie die 200 Tage Linie von oben nach unten schneidet, liegt ein Verkaufssignal vor. Kreuzt die 38 Tage Linie die 200 Tage Linie hingegen von unten nach oben, liegt ein Kaufsignal vor.

Inhalt


Was sind die 38 Tage Linie und die 200 Tage Linie ?

Wie werden Signale zum Einstieg und Ausstieg erzeugt?

Test der Strategie im DAX

Fazit


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Was sind die 38 Tage Linie und die 200 Tage Linie?


Die 200 Tage Linie und die 38 Tage Linie werden beide häufig zur Analyse von Börsenkursen verwendet.

Die 200 Tage Linie zeigt den Verlauf des Durchschnitts der letzten 200 Tage an.

Zur Berechnung der Linie wird für jeden einzelnen Tag der Durchschnitt der letzten 200 Tage berechnet. Die einzelnen Durchschnittswerte werden dann in einen Börsenchart eingezeichnet. Werden die einzelnen Werte verbunden, entsteht die 200 Tage Linie.

Aufgrund der relativ langen Periodenlänge von 200 Tagen haben kurzfristige Kursänderungen nur einen sehr geringen Einfluss auf den 200 Tage Durchschnitt. Die 200 Tage Linie reagiert daher nur relativ langsam auf Kursänderungen und zeigt deshalb den langfristigen Trend an.

Zur Berechnung des 38 Tage Durchschnitts werden hingegen jeweils nur die letzten 38 Tage herangezogen. Daher reagiert die 38 Tage Linie deutlich schneller auf Kursänderungen und zeigt eher den kurz- bis mittelfristigen Trend an.

Wie werden Signale zum Einstieg und Ausstieg erzeugt?


Viele Trader nutzen die beiden Tages Linien, um Einstiegs- und Ausstiegssignale zu generieren.

Wenn sich die beiden Linien kreuzen, wird eine neue Position eröffnet oder eine bestehende Position geschlossen.

  • Kreuzt die schnellere 38 Tage Linie die langsamere 200 Tage Linie von unten nach oben, so wird eine Kaufposition aufgebaut.
  • Schneidet die 38 Tage Linie hingegen die 200 Tage Linie von oben nach unten, so wird dies als Signal zum Verkaufen gewertet.
Chart 38 Tage Linie schneidet 200 Tage Linie
Kerzenchart mit 38 Tage Linie (blau) und 200 Tage Linie (gelb)

In dem oben stehenden Chart ist die 200 Tage Linie als gelbe Linie eingezeichnet, während die blaue Linie die 38 Tage Linie darstellt. Die beiden Pfeile zeigen die beiden Punkte an, an denen sich die beiden Linien kreuzen.

Beim grünen Pfeil schneidet die 38 Tage Linie die 200 Tage Linie von unten nach oben. In diesem Fall liegt also ein Kaufsignal vor.Die Aktie würde in diesem Punkt gekauft werden.

Beim zweiten Pfeil fällt die 38 Tage Linie unter die 200 Tage Linie. Dies würde als Verkaufssignal gewertet werden. Die Aktie würde nun wieder verkauft werden. Wenn der Trader sowohl mit Long Positionen als auch mit Short Positionen arbeitet, würde er nun auf fallende Kurse setzten. Er könnte dies zum Beispiel tun, indem er die Aktie leerverkauft oder indem er Put- Optionsscheine oder Short Zertifikate kauft.

Eröffnen und Schließen einer Position

Der Kauf oder Verkauf erfolgt meistens am Tagesende. Die beiden Einstiegstage sind im obigen Chart durch gelbe Kerzen markiert. Beachten Sie, dass sich beide Einstiegskerzen in einem deutlichen Abstand zu den dazugehörigen Kreuzungspunkten befinden.


Sowohl der Einstieg als auch der Ausstieg erfolgten also deutlich nach dem Trendwechsel im Aktienkurs. Das ist ein generelles Problem von Handelssystemen, die gleitende Durchschnitte nutzen. Die Durchschnitte reagieren immer erst mit einiger Verzögerung auf schnelle Kursänderungen. Dies ist besonders gefährlich in Abwärtsbewegungen, da diese oft mit einem starken Kurseinbruch beginnen. In diesen Fällen kreuzen sich die beiden Tages Linien oft erst, nachdem die Kurse bereits deutlich ins Minus gedreht sind.

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Test der Strategie im DAX


Vorgehensweise

Im Folgenden wollen wir testen, wie gut sich die oben beschriebene Strategie in der Vergangenheit entwickelt hat. Hierzu wird getestet, wie sich ein Investment von 10.000€, das nach der besagten Strategie in den DAX investiert wurde, in den letzten 20 Jahren entwickelt hätte. Zuerst wird eine reine Long Strategie getestet. Das heißt, wenn die 38Tage Linie die 200 Tage Linie von unten nach oben kreuzt, wird die gesamte Summe in den DAX investiert. Fällt die 38 Tage Linie unter die 200 Tage Linie, wird die Position verkauft und das Geld ist solange nicht investiert, bis die 38 Tage Linie wieder über die 200 Tage Linie steigt. Wann immer investiert wird, wird immer die gesamte Summe investiert, die nach dem vorherigen Trade entnommen worden war.

Getestete Durchschnitte

Wie bereits oben erwähnt, sind die beiden betrachteten Linien die Linien des 200 Tage Durchschnitts und des 38 Tage Durchschnitts.In der technischen Analyse gibt es eine Vielzahl von verschiedenen Varianten von Durchschnitten. Wenn in einem Artikel oder einer Chartanalyse von einem gleitenden Durchschnitt die Rede ist, ist aber meistens entweder der einfache gleitende Durchschnitt (SMA) oder der exponentiell gleitende Durchschnitt (EMA) gemeint. Eine weitere bekannte Variante ist der gewichtete gleitende Durchschnitt (WMA).


Der einfache gleitende Durchschnitt ( engl. Simple Moving Average SMA) ist das, was die meisten Menschen als Durchschnitt bezeichnen würden. Zur Berechnung des Durchschnitts wird eine bestimmte Anzahl von Werten zusammengerechnet. Danach wird diese Summe durch die Anzahl der Werte geteilt. Zur Berechnung des 38 Tage Durchschnitts werden also die Kurse der letzten 38 Tage zusammengerechnet, dann wird das Ergebnis durch die Anzahl der Tage (38) geteilt.

Einen ausführlichen Artikel zum einfachen gleitenden Durchschnitt finden Sie hier.


Die Berechnung des exponentiell gleitenden Durchschnitts (EMA) ist etwas komplizierter. Anstatt die Kurse der letzten 38 Tage zu berücksichtigen, werden für die Berechnung des EMA lediglich der Durchschnitt des Vortages und der aktuelle Kurs verwendet. Generell reagiert der EMA etwas schneller auf Kursänderungen als der einfache gleitende Durchschnitt.

Die genaue Berechnung des exponentiell gleitenden Durchschnitt finden Sie hier.


Der gewichtete gleitende Durchschnitt ( engl. Weighted Moving Average WMA) berechnet sich ähnlich wie der SMA. Allerdings werden die genutzten Kurswerte unterschiedlich stark gewichtet. Die Kurse, die näher am aktuellen Kurs liegen, werden stärker gewichtet, während Kurse, die weiter vom aktuellen Kurs entfernt liegen, schwächer gewichtet werden.

Einen Artikel über denn gewichteten gleitenden Durchschnitt finden Sie hier.


Die oben beschriebene Strategie mit den zwei kreuzenden Tages Linien soll nun mit allen drei gleitenden Durchschnitte getestet werden.