Long Call und Short Call bei Optionen und Optionsscheinen

Bei einem Long Call kauft ein Anleger einen Call Optionsschein und spekuliert auf steigende Kurse. Bei einem Short Call verkauft ein Stillhalter einen Call Optionsschein oder eine Call Option an einen Anleger und erhält dafür eine Prämie.

Bei einem Long Trade hofft der Anleger immer auf steigende Kurse, während der Short Trader von fallenden Kursen profitiert.

Was ist ein Call Optionsschein ?


Mit dem Kauf eines Optionsscheins erhält der Käufer das Recht einen bestimmten Basiswert zu einem festgelegten Zeitpunkt zu einem im Optionskontrakt festgelegten Preis zu erwerben. Der Basiswert kann beispielsweise eine Aktie oder ein Rohstoff sein.

Jeder Optionsschein hat eine festgelegte Laufzeit. Bei einem Optionsschein europäischen Typs kann der Basiswert nur zum Ende der Laufzeit erworben werden. Beim amerikanischen Typ kann der Basiswert auch an jedem anderen Tag vor dem Verfallstag erworben werden.

Der Basispreis legt schließlich fest, welchen Preis der Käufer des Optionsscheines für des Basiswert zahlen muss.

Beispiel


Betrachten wir als Beispiel einen Optionsschein auf die Aktie A mit einem Verfallstag am 1. Februar und einem Basispreis von 100€. Die Aktie A ist in diesem Fall also der Basiswert. Bei einem Optionsschein vom europäischen Typ kann der Anleger also vom Stillhalter am 1. Februar verlangen, dass er ihm die Aktie für 100€ verkauft. Wenn der Kurs der Aktie am Verfallstag höher als 100€ steht, macht er damit ein gutes Geschäft. Er kann die Aktie für 100€ kaufen und gleich danach zu einem höheren Preis wieder verkaufen. Notiert die Aktie hingegen unter 100€, macht es für ihn keinen Sinn sein Recht aus dem Optionsschein wahrzunehmen. In diesem Fall könnte er die Aktie an der Börse billiger kaufen. Aus diesem Grund würde er den Optionsschein wertlos verfallen lassen.

Am Verfallstag hat der Optionsschein also keinen Wert mehr, wenn der Kurs des Basiswertes unterhalb des Basispreises notiert. An den Tagen vorher hätte der Optionsschein allerdings noch einen Wert, da die Möglichkeit besteht, dass der Kurs bis zum Verfallstag über den Basispreis steigt.

Wann steigt ein Call Optionsschein ?


In vielen Fällen wollen die Käufer eines Optionsscheines natürlich überhaupt nicht die Aktie kaufen. Vielmehr spekulieren sie ausschließlich auf die Kurssteigerung des Optionsscheines. In diesem Fall muss der Optionsschein vor dem Verfallstag verkauft werden.

Generell ist der Kurs eines Optionsscheins oder einer Option von mehreren Faktoren abhängig. Der Kurs ist dabei umso höher:

  • Je höher der Kurs des Basiswertes notiert.
  • Je länger die Restlaufzeit des Optionsscheins ist
  • Je höher die Volatilität des Basiswertes ist.

Was bedeutet Long Call ?


Der Halter einer Long Position besitzt ein Wertpapier oder Finanzinstrument und hofft, dass es im Wert steigt. Bei einem Long Call kauft der Anleger also einen Call Optionsschein (oder eine Call Option ) und hofft, dass der Kurs des Optionsscheins steigt.

Was ist ein Short Call ?


Während der Besitzer der Long Call Position das Recht hat den Basiswert zu erwerben, hat der Stillhalter in der Short Call Position die Pflicht ihm den Basiswert zum Basispreis zu verkaufen.

Das Optionsgeschäft beginnt, wenn der Stillhalter einem Anleger einen Optionsschein oder eine Option verkauft. Der Preis, den der Anleger an den Stillhalter bezahlt, wird als Prämie bezeichnet. Wenn der Anleger in der Zukunft seinen Optionsschein an einen anderen Anleger verkauft, bleibt der Stillhalter weiterhin in seiner Stillhalterposition und ist verpflichtet dem augenblicklichen Besitzer des Optionsscheines die Aktie auszuhändigen.

Die Einnahmen des Stillhalters aus dem Optionsgeschäft sind die Prämien, die er vom ersten Käufer für den Optionsschein erhält. Wenn der Kurs des Basiswertes unter den Basispreis fällt, muss er dem Halter des Long Call keine Aktien liefern und er macht einen Gewinn in Höhe der Prämie. Steigt der Kurs des Basiswertes hingegen über den Basispreis, so wird der Anleger den Verkauf des Basiswertes verlangen.

Beim Short Call unterscheidet man zwischen zwei Varianten.

Beim gedeckten Short Call ist der Stillhalter in Besitz des Basiswertes, den er ggf. aushändigen muss. Wenn der Kurs des Basiswertes steigt, muss er den Basiswert zu einem Kurs unterhalb des aktuellen Kurses abgeben. Ihm entgehen also Kursgewinne, die er ohne den Optionsschein erzielt hätte.

Beim Naked Call oder ungedeckten Short Call besitzt der Stillhalter den Basiswert hingegen nicht. Er muss den Basiswert also selbst erst kaufen, wenn der Halter des Long Call die Auslieferung verlangt. Steigen die Kurse des Basiswertes also stark an, entstehen dem Stillhalter deutliche Verluste.

Während der Anleger mit der Long Call Position auf steigende Kurse hofft, erwarten die Halter der Short Call Position fallende oder stagnierende Kurse.

Bei Optionsscheinen ist der Emittent des Optionsscheines meistens eine Bank oder ein anderes Finanzinstitut. Andere Anleger können Optionsscheine nur kaufen. Sie können aber nicht die Stillhalterfunktion übernehmen.

Optionen sind standardisierte Kontrakte, die an den Terminbörsen gehandelt werden. Hier können auch private Anleger die Stillhalterposition einnehmen.

Unterschiedliche Risiken bei Long Call und Short Call


Beim Long Call ist das Risiko des Anlegers auf den Kaufpreis des Optionsscheins begrenzt. Die potentiellen Gewinnmöglichkeiten hingegen sind unbegrenzt. Wenn der Kurs unter den Basiswert fällt, verliert der Anleger lediglich seinen Einsatz. Steigt der Kurs hingegen, so kann er an diesem Kursanstieg unbegrenzt partizipieren.

Beim Short Call hingegen ist das Risiko unbegrenzt, während der potentielle Gewinn auf die Prämie begrenzt ist. Der Stillhalter kann nie mehr als die Prämie gewinnen. Seine möglichen Verluste bei steigenden Kurses hingegen sind, zumindest beim ungedeckten Short Call, unbegrenzt.

Weitere Artikel


Long Put und Short Put bei Optionsscheinen und Optionen


Was ist die Long Short Strategie?


Long und Short bei CFDs


Übersicht | Börsenbegriffe kurz erklärt