Amerikanisches und europäisches Ausübungrecht bei Optionsscheinen und Optionen

Optionsscheine und Optionen amerikanischen und europäischen Typs können zu unterschiedlichen Zeitpunkten ausgeübt werden. Beim amerikanischen Typ ist die Ausübung jederzeit innerhalb der Laufzeit möglich. Beim europäischen Typ ist die Ausübung hingegen nur am Ende der Laufzeit möglich.

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Inhalt


Was passiert bei der Ausübung?

Europäische Optionsscheine und Optionen

Amerikanische Optionen und Optionsscheine


Was passiert bei der Ausübung?



Der Käufer eine Option oder eines Optionsscheins hat das Recht zur Ausübung seiner Option.

Bei einer Call Option oder einem Call Optionsschein kann er verlangen, dass ihm der Stillhalter den Basiswert zum Basispreis verkauft. Beispielsweise kann der Besitzer eines Call Optionsscheins auf die Aktie A mit einem Basispreis von 110€ vom Emittenten des Optionsscheins verlangen, dass er ihm die Aktie für 110€ verkauft. Dabei spielt es keine Rolle, zu welchem Kurs die Aktie im Moment an der Börse gehandelt wird.


Bei einer Put Option oder einem Put Optionsschein kann der Besitzer verlangen, dass ihm der Stillhalter den Basiswert zum Basispreis abkauft. Der Besitzer eines Put Optionsscheins auf die Aktie B mit einem Basispreis von 90€ kann beispielsweise vom Stillhalter verlangen, dass dieser ihm die Aktie für 90€ abkauft.

Bei den meisten Optionsschein wird der Basiswert nicht mehr tatsächlich geliefert. Stattdessen wird einfach die Differenz aus Basispreis und aktuellem Kurs berechnet und dann auf das Konto des Optionsscheinbesitzers überwiesen. In diesem Fall spricht man von einem Barausgleich.

Wann der Anleger von seinem Recht zur Ausübung Gebrauch machen kann, hängt vom Ausübungstyp ab. Man unterscheidet hierbei zwischen europäischen und amerikanischen Ausübungstyp.

Europäische Optionsscheine und Optionen


Bei Optionsscheinen und Optionen europäischen Typs kann der Schein nur am Ende der Laufzeit ausgeübt werden. Da die Ausübung nur zu einem einzigen Zeitpunkt möglich ist, sind Optionsscheine dieses Typs etwas günstiger als Scheine des amerikanischen Typs.

Amerikanische Optionen und Optionsscheine


Bei Optionsscheinen und Optionen amerikanischen Typs ist die Ausübung jederzeit innerhalb der Laufzeit möglich. Hier stellt sich allerdings die Frage, ob eine Ausübung während der Laufzeit sinnvoll ist.

Der Wert einer Option setzt sich immer aus dem inneren Wert und dem Zeitwert zusammen. Der innere Wert ist der Geldbetrag, den der Anleger bei einer sofortigen Ausübung der Option erhalten würde. Da sich die Kurse des Basiswertes bis zum Ende der Laufzeit noch in die richtige Richtung bewegen können, sind die Anleger an der Börse bereit, etwas mehr als den reinen inneren Wert für die Option zu zahlen. Die Differenz aus innerem Wert und dem Kurswert der Option ist der Zeitwert. Der Zeitwert nimmt ab, je weiter sich die Option dem Ende ihrer Laufzeit nähert.

Wenn nun der Besitzer der Option die Option ausübt, erhält ihr nur den inneren Wert. Würde er hingegen zum selben Zeitpunkt die Optionen an der Börse verkaufen, erhielte er sowohl den inneren Wert als auch den Zeitwert. Bei einem Verkauf der Option erhält der Anleger also immer etwas mehr als bei der Ausübung der Option.

Am Ende der Laufzeit liegt der Zeitwert hingegen bei Null, in diesem Fall erhält der Anleger bei Ausübung und beim Verkauf der Option den gleichen Geldbetrag.

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