Ausübung von Optionen und Optionsscheinen | Erklärung mit Beispiel

Der Besitzer einer Option oder eines Optionsscheins hat das Recht, seine Option auszuüben. Bei der Ausübung verlangt der Besitzer eines Calls die Übergabe des Basiswertes (bspw. eine Aktie) gegen Zahlung des Basispreises. Bei einem Put kann der Besitzer den Basiswert zum Basispreis verkaufen.

Die Ausübung kann entweder in Form einer physischen Lieferung des Basiswertes oder als Barausgleich erfolgen. Bei der physischen Lieferung wird der Basiswert tatsächlich übergeben. Beim Barausgleich wird lediglich die Differenz zwischen Kurs und Basispreis überwiesen.

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Inhalt


Ausübung bei Calls und Puts

Barausgleich und Physische Lieferung

Wann kann der Schein ausgeübt werden?


Ausübung bei Calls und Puts


Der Käufer eines Optionsscheins oder einer Option kauft mit dem Erwerb das Recht, den Basiswert mit dem Stillhalter zu handeln.

Ausübung eines Calls

Bei einem Call Optionsschein oder einer Call Option hat der Käufer das Recht den Basiswert vom Stillhalter zum Basispreis zu kaufen.

Beispiel


Ein Anleger hat 100 Call Optionsscheine auf die Aktie A (Basiswert) gekauft. Die Optionsscheine habe einen Basispreis von 120€ und ein Bezugsverhältnis von 1 zu 10. Die Aktie notiert bei 140€.

Nun entschließt sich der Anleger zur Ausübung der Optionsscheine. Das Bezugsverhältnis besagt, dass er 10 Optionsscheine benötigt, um eine Aktie zu kaufen. In unserem Fall kann der Anleger also 10 Aktien zu einem Kurs von 120€ kaufen, obwohl der aktuelle Kurs um 20€ höher bei 140€ notiert.


Die Ausübung eines Calls macht immer dann Sinn, wenn der Kurs des Basiswertes über dem Basispreis notiert. Bei einem Kurs unterhalb des Basispreises wird der Call hingegen nicht ausgeübt, da hier der Basiswert über die Börse günstiger gekauft werden kann. Liegt der Kurs am Laufzeitende unter dem Basispreis, verfällt der Schein wertlos.

Ausüben eines Puts

Bei einer Put Option oder einem Put Optionsschein hat der Besitzer das Recht, den Basiswert zum Basispreis zu verkaufen.

Beispiel


Ein Anleger hält hundert Optionsscheine der Aktie B mit einem Bezugsverhältnis von 1 zu 10 und einem Basispreis von 100€. Die Aktie notiert bei 90€. Der Anleger kann also 10 Aktien zu einem Preis von 100€ an den Stillhalter (= den Emittenten) verkaufen.


Bei einem Put macht die Ausübung nur dann Sinn, wenn der aktuelle Kurs unter dem Basispreis liegt.

Barausgleich und Physische Lieferung


Bei jedem Optionsschein und jeder Option ist festgelegt, ob die Ausübung in Form eine physischen Lieferung oder als Barausgleich durchgeführt wird.

Physische Lieferung

Bei einer physische Lieferung muss der Besitzer einer Call Option oder eines Call Optionsschein dem Stillhalter den Basiswert tatsächlich abkaufen. Der Besitzer eines Puts muss den Basiswert an den Stillhalter übergeben. Im ersten Fall muss der Anleger also genug Kapital auf seinem Konto haben, um den Basiswert kaufen zu können. Beim Put muss der Anleger den Basiswert vorher besitzen, um ihn an den Stillhalter aushändigen zu können.

Optionen auf Rohstoffe beziehen sich übrigens immer auf einem Future Kontakt. Bei der Ausübung eines Weizen Calls schüttet Ihnen also niemand 10 Tonnen Weizen in den Vorgarten. Stattdessen wird lediglich ein Weizen Future in ihr Konto eingebucht. Wenn dieser Future ausläuft, sind Sie allerdings tatsächlich stolzer Besitzer einige Tonnen Weizen, die allerdings in einem Lagerhaus in Chicago oder Lyon eingelagert sind.

Barausgleich bei Call Optionsscheinen und Optionen

Beim Barausgleich wird der Basiswert nicht physisch übergeben, sondern dem Besitzer des Optionsscheins oder der Option wird die Differenz aus aktuellem Kurs und Basispreis überwiesen. Zur Verdeutlichung sehen wir uns dazu noch einmal das Beispiel von oben an.

Beispiel


Unser Anleger hat hundert Call Optionsscheine auf die Aktie A mit einem Bezugsverhältnis von 1 zu 10 und einem Basispreis von 120€. Zur Zeit der Ausübung notiert der Kurs der Aktie bei 140€. Der Anleger erhält also 140€ – 120€ = 20€ pro Aktie. Bei einem Bezugsverhältnis von 1 zu 10 kann er mit hundert Optionsscheinen 10 Aktien kaufen. Er erhält also über den Barausgleich 10 x 20€ = 200€.


Barausgleich bei Put Optionsscheinen und Optionen

Bei einem Put erhält der Besitzer der Option oder des Optionsscheins die Differenz aus Basispreis und Kurs.

Beispiel


Ein Anleger besitzt 100 Put Optionsscheine auf die Aktie B. Die Puts haben ein Bezugsverhältnis von 1 zu 10 und einen Basispreis von 100€. Bei der Ausübung notiert der Kurs bei 90€. Der Anleger erhält also 100€ – 90€ = 10€ pro Aktie . Bei Ausübung seines Optionsscheins erhält er somit 10 x 10€ = 100€.


Wann kann der Schein ausgeübt werden?


Bei Optionsscheinen und Optionen unterscheidet man zwischen Scheinen amerikanischen und europäischen Typs. Beim amerikanischen Typ kann der Schein jederzeit innerhalb der Laufzeit ausgeübt werden. Beim europäischen Typ ist eine Ausführung hingegen nur am Ende der Laufzeit möglich.

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