Der EMA an der Börse | Berechnung und Bedeutung

EMA ist die Abkürzung für Exponential Moving Average. Der EMA wird aus dem Kurs des aktuellen Tages und dem EMA des Vortages berechnet. Die Linie des EMA wird an der Börse zur Chartanalyse verwendet.

Die deutsche Bezeichnung für den EMA lautet exponentiell gleitender Durchschnitt.

Hinter der Abkürzung EMA finden Sie häufig eine Zahl; beispielsweise EMA 50. Bei anderen gleitenden Durchschnitten, wie etwas dem einfachen gleitenden Durchschnitt (SMA), gibt diese Zahl an, wie viele Tage zur Berechnung des Durchschnitts verwendet wurden. Der SMA 50 wird beispielsweise aus den Kursen der letzten 50 Tage berechnet. Beim EMA ist dies hingegen nicht der Fall. Hier werden, wie oben bereits erwähnt, immer nur zwei Werte benötigt. Statt dessen dient die Zahl dazu, den Glättungsfaktor zu berechnen. Dennoch wird der EMA 50 auch als 50 Tage EMA bezeichnet.


Berechnung des EMA


Zur Berechnung des EMA benötigen Sie zwei Werte: Den Schlusskurs des betrachteten Tages und den Wert des EMA des Vortags. Daneben wird zur Berechnung des EMAs der Glättungsfaktor benötigt. Der Glättungsfaktor wird berechnet, indem zuerst zur Anzahl der Tage (= die Zahl die hinter dem EMA steht) die Zahl 1 hinzugerechnet wird. Dann wird die Zahl 2 durch diese Summe geteilt.

Der Glättungsfaktor für den EMA 50 lautet also:

2/(50+1) = 0,039

Für den EMA 5 beträgt der Glättungsfaktor:

2/(5+1) = 0,333

Je höher also die Anzahl der Tage, desto kleiner ist der Glättungsfaktor.

Um den EMA für einen bestimmten Tag zu berechnen, werden der Glättungsfaktor, der Tagesschlusskurs und der Wert des EMAs des Vortages in die folgende Formel eingesetzt.

Formel EMA :

Tagesschlusskurs * Glättungsfaktor + EMA (Vortag)* (1-Glättungsfaktor)

Der Glättungsfaktor gibt also an, wie hoch der Anteil des Tagesschlusskurses am Gesamtdurchschnitt ist. Je kleiner die Anzahl der Tage, desto höher der Anteil des Schlusskurses am Gesamtdurchschnitt.

Eine ausführliche Beschreibung der Berechnung des EMA (inklusive Beispiel) finden Sie im Artikel zu exponentiell gleitenden Durchschnitt.

An der Börse wird meist die Linie des EMA zur Chartanalyse genutzt. Um die Linie des EMA zu berechnen wird zuerst für jeden Tag im Chart der EMA berechnet. Dann werden die einzelnen Werte oberhalb der zugehörigen Tage in den Chart eingezeichnet und verbunden.

Exkurs


Beim Lesen der obigen Erklärung haben Sie sich vielleicht gefragt, woher der erste EMA Kurs in der Berechnung kommt. Schließlich wird zur Berechnung immer der EMA Wert des Vortags benötigt.

Tatsächlich muss bei der Berechnung des ersten EMA etwas gemogelt werden. Entweder wird statt des EMA einmalig der Wert des einfachen gleitenden Durchschnitts verwendet oder es wird einfach der Schlusskur des Vortages berechnet.


Die Wahl des richtigen EMA


Wie schon gesagt, hat die Anzahl der Tage einen Einfluss auf den Glättungsfaktor und damit auf den Anteil, den der letzte Kurs auf den Geamtdurchschnitt hat. Je kleiner die Anzahl der Tage, desto stärker reagiert der EMA auf eine Kursveränderung am letzten Tag. Beispielsweise reagiert der EMA 10 deutlich stärker auf kurzfristige Kursänderungen als der EMA 50. Das bedeutet, dass die Linie des EMA 5 im Chart deutlich näher am aktuellen Kurs verläuft und deutlich stärker schwankt, als die Linie des EMA 50.


EMAs mit kurzen Zeitrahmen, wie der EMA 10, werden daher genutzt, um den kurzfristigen Trend einer Aktie anzuzeigen. EMAs mit langen Zeitrahmen, wie etwa der EMA 200, zeigen hingegen den langfristigen Trend an.


Weitere Artikel


Strategien mit gleitenden Durchschnitten


Übersicht | Welche Arten von gleitenden Durchschnitten gibt es?


Die 200 Tage Linie und ihr Einsatz im Trading