EMA | Exponential Moving Average | Einsatz im Trading

EMA ist die Abkürzung für Exponential Moving Average. Der EMA ist ein gleitender Durchschnitt und wird beim Trading an der Börse sowohl zum Erzeugen von Handelssignalen als auch als Trendindikator eingesetzt. Um den Ema für einen Tageschart zu berechnen, werden der aktuelle Schlusskurs und der EMA des Vortags benötigt.

Die deutsche Bezeichnung für den EMA lautet exponentiell gleitender Durchschnitt.

Was ist der EMA ?


Der EMA ist ein gleitender Durchschnitt, der mit Hilfe des aktuellen Schlusskurses und des EMA der vorherigen Periode berechnet wird. In einem Tageschart wird der EMA also aus dem Tagesschlusskurs und dem EMA des Vortages berechnet. In einem Stundenchart werden der letzte Kurs einer Stunden und der EMA der vorherigen Stunde verwendet.

Exponential Moving Average | EMA im Kerzenchart

Der Verlauf des EMA wird bei einem Börsenchart direkt als Linie in den Chart eingetragen. Rechts sehen Sie den Tageschart einer Aktie. Die Kerzen zeigen den Verlauf des Kurses der Aktie, während die blaue Linie den Verlauf des gleitenden Durchschnitts anzeigt. Im Vergleich zum Kurs hat die Linie des EMA einen deutlich glatteren Verlauf. Dadurch lassen sich mit Hilfe des EMA übergeordnete Kursbewegungen deutlich leichter erkennen als bei einem direkten Blick auf den Kurs der Aktie.

Hinter der Abkürzung EMA finden Sie häufig eine Zahl. In unserem Chart ist beispielsweise der EMA 50 abgebildet. Bei anderen gleitenden Durchschnitten, wie etwas dem einfachen gleitenden Durchschnitt (SMA), gibt diese Zahl an, wie viele Tage zur Berechnung des Durchschnitts verwendet wurden. Der SMA 50 wird beispielsweise aus den Kursen der letzten 50 Tage berechnet. Beim EMA ist dies hingegen nicht der Fall. Hier werden, wie oben bereits erwähnt, immer nur zwei Werte benötigt. Statt dessen dient die Zahl dazu, den Glättungsfaktor zu berechnen. Dennoch wird auch der EMA 50 als 50 Tage EMA bezeichnet.


Berechnung des EMA


Zur Berechnung des Exponential Moving Average benötigen Sie zwei Werte. Den Schlusskurs des betrachteten Tages und den den Exponential Moving Average des Vortags. Daneben wird zur Berechnung des EMAs der Glättungsfaktor benötigt. Der Glättungsfaktor wird berechnet, indem zuerst zur Anzahl der Tage (= die Zahl die hinter dem EMA steht) die Zahl 1 hinzugerechnet wird. Dann wird die Zahl 2 durch diese Summe geteilt.

Der Glättungsfaktor für den EMA 50 lautet also:

2/(50+1) = 0,039

Für den EMA 5 beträgt der Glättungsfaktor:

2/(5+1) = 0,333

Je höher die Anzahl der Tage, desto kleiner ist der Glättungsfaktor.

Um den Exponential Moving Average für einen bestimmten Tag zu berechnen, werden der Glättungsfaktor, der Tagesschlusskurs und der Wert des EMAs des Vortages in die folgende Formel eingesetzt.

Formel EMA :

Tagesschlusskurs * Glättungsfaktor + EMA (Vortag)* (1-Glättungsfaktor)

Der Glättungsfaktor gibt also an, wie hoch der Anteil des Tagesschlusskurses am zu berechnenden Durchschnitt ist. Je kleiner die Anzahl der Tage, desto höher der Anteil des Schlusskurses am Durchschnitt.

Wenn Sie mehr über die Berechnung des EMA erfahren möchten, finden Sie eine ausführlichere Beschreibung (inklusive Beispiel ) im Artikel zum exponentiell gleitenden Durchschnitt.


An der Börse wird meist die Linie des EMA zur Chartanalyse genutzt. Um die Linie des EMA zu berechnen wird zuerst für jeden Tag der EMA berechnet. Dann werden die einzelnen Werte oberhalb der zugehörigen Tage in den Chart eingezeichnet und anschließend verbunden.

Exkurs


Beim Lesen der obigen Erklärung haben Sie sich vielleicht gefragt, woher der Wert des erste EMA in der Berechnung kommt. Schließlich wird zur Berechnung immer der EMA des Vortags benötigt.

Tatsächlich muss bei der Berechnung des ersten EMA etwas gemogelt werden. Entweder wird statt des Exponential Moving Average einmalig der Wert des einfachen gleitenden Durchschnitts (SMA) verwendet oder es wird einfach der Schlusskurs des Vortages herangezogen.



Die Wahl des richtigen EMA


Wie schon gesagt, beeinflusst die Zeitspanne des EMA, also die Anzahl der Tage, die Größe des Glättungsfaktors. Über den Glättungsfaktor beeinflusst sie auch, wie hoch der Anteil des letzten Kurses am berechneten Durchschnitt ist.

  • Je kleiner die Zeitspanne, desto stärker reagiert der EMA auf eine Kursveränderung am letzten Tag und desto stärker schwankt die Linie des durchschnitts.
  • Je größer die Zeitspanne, desto langsamer reagiert der EMA auf Kursänderungen und desto glatter verläuft die Linie des EMA.

Beispielsweise reagiert der EMA 10 deutlich stärker auf kurzfristige Kursänderungen als der EMA 50. Das bedeutet, dass die Linie des EMA 10 im Chart deutlich näher am aktuellen Kurs verläuft und deutlich stärker schwankt als die Linie des EMA 50.


EMAs mit kurzen Zeitrahmen, wie der EMA 10, werden daher genutzt, um den kurzfristigen Trend einer Aktie anzuzeigen. EMAs mit langen Zeitrahmen, wie etwa der EMA 200, zeigen hingegen den langfristigen Trend an.


Trading Strategien mit dem EMA


Der Exponential Moving Average ist Bestandteil von mehreren Trendfolgestrategien. Bei all diesen Strategien wird ein Kauf- bzw. Verkaufssignal ausgelöst, wenn der Durchschnitt eine weitere Linie kreuzt.


EMA kreuzt Kurslinie

Bei der ersten Strategie wird immer dann ein Kaufsignal ausgelöst, wenn der EMA die Kurslinie von unten nach oben kreuzt. Fällt der EMA hingegen unter die Kurslinie, wird die Position wieder verkauft. Die Trading Strategie funktioniert in Phasen mit starken Trends deutlich besser als in Seitwärtsphasen. Befindet sich der Kurs in einer längeren Seitwärtsbewegung, schneidet die Linie des Durchschnitts häufig mehrmals hintereinander die Kurslinie und es kommt zu vielen Fehlsignalen.


Double Moving Average Crossover

Diese Trading Strategie nutzt zwei gleitende Durchschnitte mit unterschiedlich langen Zeitspannen. Eine häufig gewählte Variante ist beispielsweise die Kombination eines 38 Tage Durchschnitts mit einem 200 Tage Durchschnitt. Wenn der Durchschnitt mit der kürzeren Zeitspanne den längeren Durchschnitt schneidet, wird ein Kaufsignal generiert. Fällt der kürzere Durchschnitt hingegen unter den längeren Durchschnitt, wird ein Verkaufssignal ausgelöst.

Mehr Informationen zu dieser Strategie finden Sie im Artikel Double Moving Average Crossovers.


Triple Moving Average Crossover

Die Triple Moving Average Strategie nutzt drei gleitende Durchschnitte. Wie bei der vorhergehenden Strategie werden zwei gleitende Durchschnitte dazu genutzt Kauf- und Verkaufssignale zu erzeugen. Allerdings werden bei dieser Strategie nicht alle Signale gehandelt. Statt dessen wird nur dann ein Trade eingegangen, wenn der Durchbruch in Richtung des übergeordneten Trends erfolgt. Um den Trend zu ermitteln, wird der dritte EMA betrachtet. Dieser Durchschnitt betrachtet eine längere Zeitspanne als die anderen beiden Durchschnitte. Eine mögliche Kombination wären zum Beispiel ein EMA 10 und ein EMA 20 zum Signalgeben und ein EMA 100 als dritter Durchschnitt. Ein Kaufsignal wird nur gehandelt, wenn sich die beiden kreuzenden Durchschnitte oberhalb des dritten Durchschnitts befinden. Ein Verkauf wird nur getätigt, wenn sich die beiden Durchschnitte unterhalb des dritten EMA kreuzen.

Weitere Informationen finden Sie im Artikel Triple Moving Average Crossovers.


Der EMA als Trendindikator

Gerade im Swing Trading gibt es viele Signale, die erfolgversprechender sind, wenn sie in Richtung des langfristigen Trends erfolgen. Würde also zum Beispiel ein Indikator bei einer Aktie ein Kaufsignal anzeigen, würde das Signal nur dann gehandelt werden, wenn sich der Kurs der Aktie in einem Aufwärtstrend befindet.

Um den langfristigen Trend zu bestimmen kann nun ein Exponential Moving Average mit einer langen Zeitspanne eingesetzt werden. Häufig genutzte Durchschnitte sind in diesem Zusammenhang der EMA 200 und der EMA 100. Befindet sich der Kurs der Aktie oberhalb des EMA befindet sich der Kurs in einem langfristigem Aufwärtstrend. Verläuft der Kurs unterhalb des EMA, befindet er sich in einem Abwärtstrend.

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