Halloween Strategie

Der Halloween Effekt besagt, dass sich die Aktienmärkte in der Zeit nach Halloween (dem 31. Oktober) besser entwickeln als im Rest des Jahres. Bei der Halloween Strategie wird daher ausschließlich in den Monaten nach Halloween in den Aktienmarkt investiert. Im Rest des Jahres ist ein Anleger, der nach der Halloween Strategie vorgeht, hingegen nicht an der Börse investiert.

Inhalt


Gibt es den Halloween Effekt an der Börse?

Was ist die Halloween Strategie ?

Test der Strategien

Fazit


Gibt es den Halloween Effekt an der Börse?


Tatsächlich haben sich die Börsen in den Monaten direkt nach Halloween in den letzten Jahre besser entwickelt als in den anderen Monaten.

Im DAX erzielten die beiden Monate November und Dezember, also die Monate, die direkt auf Halloween folgen, in den letzten 20 Jahren jeweils eine durchschnittliche Rendite von 1,88 Prozent pro Monat. Das übertraf die durchschnittliche Rendite der restlichen 10 Monate, die lediglich bei 0,258 Prozent lag.

In den beiden Monaten war nicht nur der durchschnittliche Gewinn höher, sondern die Monate endeten auch häufiger mit einem Gewinn. November und Dezember schlossen in 14 der letzten 20 Jahre mit einem Gewinn ab, während die restlichen Monaten nur in knapp der Hälfte der Jahre mit einem Plus abschließen konnten.

Auch die Monate nach dem Dezember zeigten in den meisten Fällen eine gute Performance. In den sechs Monaten, die direkt auf den 31. Oktober folgen, konnte in den letzten 20 Jahren im Durchschnitt eine Performance von 6,71 Prozent pro Jahr erzielt werden. Im Gegensatz dazu fiel die Rendite in den restlichen sechs Monate mit – 0,35 Prozent sogar leicht negativ aus.

Was ist die Halloween Strategie ?


Die Halloween Strategie ist ausschließlich in den Monaten nach dem 31. Oktober investiert, während in den Monaten vor Halloween keine Aktien gehalten werden. Die bekannteste Strategie, die den Halloween Effekt nutzt, investiert direkt nach Halloween in Aktien und steigt sechs Monate später wieder aus dieser Position aus. Der Anleger ist also nur die Hälfte des Jahres an der Börse investiert.

Im Grunde ist diese Strategie identisch mit der bekannteren „Sell in May“ Strategie. Hier wird eine bestehende Position im Mai geschlossen, um dann im November wieder eröffnet zu werden. Die Halloween Strategie eröffnet eine Position am letzten Tag des Oktobers und schließt die Position am ersten Handelstag des Monats Mai.

Test von zwei Strategien


Getestet werden soll zum einen die oben vorgestellte Halloween Strategie. Zum anderen soll untersucht werden, wie sich eine Strategie schlägt, die nur in den beiden direkten Folgemonaten ( November und Dezember) investiert ist.

In beiden Fällen wird ausschließlich in den Dax investiert. Das Geld, das nach dem Schließen einer Position entnommen wurde, wird im nächsten Herbst wieder vollständig in den Dax reinvestiert. Transaktionskosten werden nicht berücksichtigt.

Halloween Strategie

Zuerst soll die Halloween Strategie getestet werden. Die blaue Linie im Chart zeigt, wie sich ein Investment von 10000€ entwickelt hätte, das über 20 Jahre hinweg nach der Halloween Strategie angelegt worden wäre. Zum Vergleich wird eine reine Buy and Hold Strategie betrachtet. Bei der Buy and Hold Strategie wurden die 10000€ am ersten Handelstag des Jahres 2001 in den Dax investiert. Dann wurde die Position über die folgenden 20 Jahre gehalten, ohne das die Position jemals verändert wurde. Die Performance der Buy and Hold Strategie ist durch die weiße Linie dargestellt.

Chart Halloween Strategie und Buy and Hold Strategie

Wie Sie im Chart oben erkennen können, hat die Halloween Strategie in den letzten 20 Jahren deutlich bessere Ergebnisse erzielt als ein reines Investment in den Dax. Ein Investor, der nach der Halloween Strategie vorgegangen wäre, hätte seinen ursprünglichen Einsatz mehr als verdreifachen können. Die Buy and Hold Strategie hätte im gleichen Zeitraum hingegen nur zu einer Verdoppelung des eingesetzten Kapitals geführt.

Das Diagramm unten zeigt, wie sich die beiden Strategien in den einzelnen Jahren entwickelt haben. Die Halloween Strategie ist wieder blau eingezeichnet. Die weißen Balken zeigen die Performance der Buy and Hold Strategie an.

Diagramm Halloween Strategie Jahr für Jahr

Auffällig ist, dass die Buy and Hold Strategie in den Jahren, in denen sie mit einem Gewinn abschließen konnte, fast immer eine bessere Rendite erzielte als die Halloween Strategie. Kam es hingegen in einem Jahr zu einem Verlust, so schloss die Buy and Hold Strategie deutlich schlechter ab als die Halloween Strategie.

Die allgemein bessere Performance der Halloween Strategie ist also darauf zurückzuführen, dass sie in den schlechteren Jahren größeren Kursverlusten zumindest teilweise ausweichen konnte.

2 Monate Strategie

Der zweite Chart zeigt, wie sich ein Investment, das ausschließlich in den Monaten November und Dezember investiert war, entwickelt hätte. Die blaue Linie zeigt die Performance das zweimonatigen Investments. Wie schon im vorherigen Chart, zeigt die weiße Linie die Entwicklung eines reinen Investments in den Dax.

Chart 2 Monate Strategie

Die zweite Strategie schnitt etwas schlechter ab als der DAX. In den ersten Jahren entwickelte sich die 2 Monate Strategie besser als die Buy and Hold Strategie. Erst in den letzten Jahren fiel die Performance der Strategie hinter dem direkten Investment zurück. Berücksichtigt man, dass diese Strategie in weniger als 20 Prozent des Jahres investiert war, konnte die Strategie dennoch ein respektables Ergebnis erzielen.

Vergleicht man die beiden Linien, fällt auf, dass die blaue Linie deutlich gleichmäßiger verläuft als die weiße Linie des Dax. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die 2 Monate Strategie mehreren starken Kurseinbrüchen ausweichen konnte. Eine Ausnahme bilden die Jahre 2017 und 2018. In beiden Jahren musste die Strategie einen Verlust verzeichnen.

Fazit


Der Erfolg der Halloween Strategien beruht weniger darin, welche Monate ausgewählt wurden, sondern mehr darin, welche Monate weggelassen wurden.

Gerade die Zeit direkt vor Halloween, die Monate August bis Oktober, ist bekannt für die vielen schweren Kurseinbrüche, die sich in diesem Zeitraum ereignet haben. Beispielsweise fanden die großen Kurseinbrüche in den Jahren 1929, 1987, 2001 und 2008 alle im Herbst statt.

Nach Halloween hat sich der Staub meistens wieder gelegt und der Anleger kann oft zu recht günstigen Kursen wieder einsteigen.

Wie bei den meisten saisonalen Strategien schneidet auch die Halloween Strategie immer dann besser als der Dax ab, wenn es im Dax selbst zu einem starken Einbruch kam. Verlief das Jahr für den Dax hingegen relativ gut, konnte der Dax die saisonalen Strategien meistens schlagen.

Saisonale Strategien können zwar einigen Kurseinbrüchen ausweichen, allerdings sind auch sie nicht vor Kurseinbrüchen gefeit. Beispielsweise musste die Halloween Strategie im Jahr 2018 einen deutlichen Verlust hinnehmen.


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